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New York:Gigi Hadid könnte Teil der Jury im Weinstein-Prozess werden

Gigi Hadid

Das Model Gigi Hadid auf ihrem Weg aus dem Gericht.

(Foto: AP)
  • Das Model Gigi Hadid hat an einer Befragung für mögliche Jurymitglieder im New Yorker Prozess gegen Harvey Weinstein teilgenommen.
  • Der frühere Filmproduzent muss sich wegen sexueller Übergriffe an zwei Frauen verantworten.
  • Die Zusammenstellung der Geschworenen gestaltet sich schwierig.

Der ehemalige Filmmogul Harvey Weinstein muss sich wegen zwei sexueller Übergriffe in New York vor Gericht verantworten. Gerade wird die Jury zusammengestellt, die über den 67-Jährigen ein Urteil fällen soll. Nun kam heraus: Auf der Jurybank könnte auch eine alte Bekannte Weinsteins Platz nehmen. Das Model Gigi Hadid erschien vor Gericht und nahm an einer Befragung des Richters James Burke teil.

Wie unter anderem der britische Guardian berichtet, sagte Hadid dabei, dass sie den Angeklagten getroffen habe. Außerdem gab sie zu Protokoll, sie kenne Salma Hayek. Die Schauspielerin wirft Weinstein ebenfalls sexuelle Belästigung vor. Zudem ist Hadid mit einer weiteren Frau befreundet, die Weinstein übergriffiges Verhalten vorwirft: Das britische Model Cara Delevingne machte die Anschuldigungen im Rahmen der Metoo-Bewegung ebenfalls öffentlich.

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Angesichts dieser Verbindungen wurde Hadid gefragt, ob sie dennoch unparteiisch richten könne. "Ich denke, ich bin immer noch in der Lage, die Fakten unvoreingenommen zu beurteilen", sagte die 24-Jährige darauf.

Die Zusammenstellung der Geschworenen-Jury gestaltet sich unterdessen schwierig. Am Dienstag und Mittwoch waren je 120 potenzielle Juroren befragt worden, die meisten davon hatten sich jedoch sofort als befangen erklärt. Die Befragung 120 nächster potenzieller Kandidaten wurde vertagt, weil die Staatsanwältin Joan Illuzzi plötzlich dringend zum Arzt musste.

Zwölf Juroren plus Ersatz müssen gefunden werden

Insgesamt müssen zwölf Juroren und sechs Ersatzjuroren gefunden werden, bevor der Prozess mit den Auftaktplädoyers richtig losgehen kann. Das kann bei einem so schlagzeilenträchtigen Prozess mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Die Auswahl funktioniert zunächst nach dem Zufallsprinzip: Fast jeder Amerikaner ab 18 Jahren hat die Pflicht, alle paar Jahre "jury duty" zu leisten. Wer dran ist, muss sich zum Gericht begeben, kommt dann, wenn eine Jury gebraucht wird, in die engere Auswahl und wird von den Anwälten der beiden Parteien ausführlich befragt, um jegliche Art von Befangenheiten auszuschließen. Die Befragung dauert so lange, bis die Anwälte eine passende Jury zusammengesucht haben.

In dem Prozess geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen. Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen haben, die andere soll er 2013 vergewaltigt haben. Der Prozess könnte insgesamt bis zu zwei Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht dem 67-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe. In Kalifornien ist ein weiterer Strafprozess angekündigt.

Insgesamt haben mehr als 80 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Uma Thurman, Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Einige von ihnen könnten als Zeugen in dem Prozess gehört werden. Die Anschuldigungen gegen Weinstein, im Herbst 2017 von der New York Times und dem Magazin New Yorker veröffentlicht und später mit dem Pulitzer-Preis gekrönt, haben die Metoo-Bewegung ausgelöst.

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