Prozess in den USA:20 Jahre Haft für Ghislaine Maxwell

Lesezeit: 1 min

Prozess in den USA: Ghislaine Maxwell soll Jeffrey Epstein minderjährige Mädchen zugeführt haben - wissend, was mit ihnen als Nächstes passieren würde.

Ghislaine Maxwell soll Jeffrey Epstein minderjährige Mädchen zugeführt haben - wissend, was mit ihnen als Nächstes passieren würde.

(Foto: Jane Rosenberg/Reuters)

Eine Jury hatte die Gehilfin des verstorbenen Millionärs Jeffrey Epstein bereits schuldig gesprochen, unter anderem wegen "sexuellen Menschenhandels mit Minderjährigen".

Ein halbes Jahr nach einem Schuldspruch wegen Sexualverbrechen ist im Prozess gegen die Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell das Strafmaß verkündet worden: Ein New Yorker Gericht verurteilte sie am Dienstag zu einer Haftstrafe von 20 Jahren.

Die 60-Jährige war im Dezember von einer Jury in New York unter anderem wegen "sexuellen Menschenhandels mit Minderjährigen" schuldig gesprochen worden. Die Britin galt als rechte Hand des Geschäftsmanns und verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum Missbrauch Minderjähriger. Dieser soll jahrzehntelang auf Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und auf den Virgin Islands stattgefunden haben.

Der Fall wurde auch deshalb von einer breiten Öffentlichkeit verfolgt, weil der Unternehmer mit Prominenten wie den Ex-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump, Milliardär Bill Gates und dem britischen Prinzen Andrew bekannt war. Eine frühere Anklage gegen ihn mündete in einem vorteilhaften Deal. Spätestens dadurch wurde Epstein zum Symbol einer gesellschaftlichen Elite, die mit Verbrechen durchkommt.

Epstein hatte sich im Sommer 2019 in seiner Gefängniszelle umgebracht. Nach seinem Tod richtete sich der Fokus der Ermittlungen auf Maxwell. Der Vorwurf: Sie habe Epstein die jungen Frauen zugeführt. Sie habe sie dazu überredet, Epstein zu massieren. Oft habe das damit geendet, dass Epstein sich von den Frauen, die teils noch minderjährig waren, sexuell befriedigen ließ. Manchmal sei sie, Maxwell, dabei gewesen, sagten Zeuginnen.

Die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell (1923-1991) war Anfang der 1990er Jahre nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf Promi-Partys und war zeitweise mit ihm liiert, später galt sie als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. Vor zwei Jahren war Maxwell dann auf einem Anwesen in New Hampshire festgenommen worden, seither saß sie in New York in Haft. Die Anklage argumentierte, es handele sich bei Maxwell um eine Person, die Epstein nicht bloß unterstützt habe, sondern seine Verbündete bei all den Straftaten gewesen sei. Sie habe dies auch gemacht, um ihr eigenes luxuriöses Leben aufrechtzuerhalten.

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