Gewaltausbruch in Waco:170 Festnahmen nach Rocker-Kampf in Texas

  • Die Polizei hat nach einem Gewaltausbruch im texanischen Waco 170 Personen festgenommen.
  • Verfeindete Rockergruppen hatten sich dort am Sonntag vor einem Grillrestaurant einen heftigen Kampf geliefert. Neun Menschen wurden getötet.
  • Nach den Festnahmen werden Vergeltungsaktionen der beteiligten Gruppen befürchtet. Bewaffnete Rocker aus anderen Bundesstaaten sollen auf dem Weg nach Waco sein.

Suche nach Einschusslöchern und Blutspuren

Angefangen hatte es mit Faustkämpfen, dann wurden Füße, Ketten, Knüppel, Messer und Schusswaffen eingesetzt - am Ende waren neun Menschen tot. Nach einem Gewaltausbruch unter verfeindeten Rockergruppen in der texanischen Stadt Waco am vergangenen Sonntag steht die Polizei vor schwierigen Ermittlungen. Etwa 170 Beteiligte seien festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Patrick Swanton.

Der Auslöser des Kampfes, der im Toilettenbereich eines Grillrestaurants begann, ist noch unklar. Untersucht wird jetzt das Restaurant, das sich in einem Einkaufszentrum befindet, sowie der dazugehörige große Parkplatz. Mehr als 100 Motorräder und 50 bis 75 Fahrzeuge könnten als Beweismittel beschlagnahmt und auf Einschusslöcher und Blutspuren untersucht werden, sagte Swanton. "Wir haben es nicht eilig. Dies ist unser Tatort, und er ist abgeriegelt. Wir wollen nichts übersehen."

Polizei befürchtet Vergeltungsaktionen

Ein Richter habe die Kaution gegen jedes Bandenmitglied auf eine Million Dollar festgesetzt, berichtet die Zeitung Waco Tribune-Herald. Es sei wichtig, eine Botschaft zu senden, habe er die hohen Geldbeträge begründet. Viele der Täter seien Fremde gewesen. Auch die Getöteten stammen demnach nicht aus Waco.

Berichten zufolge war die Polizei wegen der Spannungen zwischen den Rockern seit Wochen alarmiert, besonders an Donnerstagabenden, an denen es in dem Restaurant sogenannte "Biker Nights" gibt. Die Polizei befürchtet nach den Festnahmen Vergeltungsaktionen der beteiligten Gruppen. "Es wurden Drohungen ausgesprochen, unsere uniformierten Beamten zu töten", sagte Swanton. Polizeibeamte wurden demnach in einer internen Notiz davor gewarnt, dass sich Rocker aus anderen Bundessstaaten bewaffnet auf den Weg nach Waco gemacht hätten. Im Mittelpunkt des Streits standen Berichten zufolge "Bandidos" und "Cossacks".

Restaurant muss Lizenz abgeben

Die Behörden entzogen dem Grillrestaurant, das für leicht bekleidete weibliche Bedienungen bekannt ist, vorerst für die kommenden sieben Tage die Lizenz, Alkohol auszuschenken. Er hoffe, das Management des Restaurants entschließe sich, so lange geschlossen zu bleiben, sagte Swanton. Zuvor war berichtet worden, das Lokal sei für eine Woche ganz von den Behörden dicht gemacht worden.

© SZ vom 20.05.2015/gal
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