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Gesundheit:Das neue Vater unser

Mehr Bewegung, gesünderes Essen, bessere Netzwerke: Väter leben nach Experten-Ansicht länger als Männer ohne Kinder.

"Innerhalb eines Familienverbundes leben Männer länger und gesünder als außerhalb", sagte der Bielefelder Männerforscher Prof. Hans-Udo Eickenberg Dies hätten langjährige Studien gezeigt.

Von nun ganz bestimmt ständig in Bewegung: Vater von Drillingen.

(Foto: Foto: dpa)

"Wenn eine Familie dazu kommt, tritt ein gesünderes Leben ein", sagte der 61-jährige Männerarzt. So führen junge Männer dann nicht mehr so risikobereit Auto und verzichteten zum Beispiel auch auf Extremsportarten wie Bungee-Jumping. Innerhalb der Familie werde außerdem weitaus häufiger auf Alkohol und Zigaretten verzichtet als bei allein lebenden Männern. Eine Familie biete überdies ein besseres soziales Netzwerk als bei Singles.

"Väter sind mehr in Bewegung, wenn sie mit ihren Kindern Sport treiben", nannte Eickenberg einen weiteren Grund für die im Schnitt höhere Lebenserwartung von Vätern. "Was von der modernen Wellness- Bewegung vorgeschrieben wird, kann in der Familie ohne Zwang erlebt werden." Hinzu komme ein regelmäßigeres Essen.

Auch sei in der Familie die Wahrscheinlichkeit für regelmäßigen Geschlechtsverkehr höher. "Geschlechtsverkehr hat per se einen Anti- Aging-Effekt", sagte Eickenberg. So habe der Austausch von Hormonen zwischen Mann und Frau über die Haut positive Auswirkungen auf beide. "Auch das spricht rein bio-medizinisch für die Partnerschaft", so der Mediziner.

Das Motto für den Mann müsse lauten: "Werde Vater, sei Vater und bleibe Vater. Das ist das neue Vater Unser." Eickenberg betonte die familienpolitischen Auswirkungen der neuen Erkenntnisse. So könnten Politiker noch so viel predigen "Wir brauchen mehr Kinder" - das interessiere den Einzelnen nicht. "Aber wenn man sagt, Du tust was für Dich selbst, ist das plötzlich was ganz anderes."

© sueddeutsche.de/dpa
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