SaarlandNach tödlichem Angriff auf Gerichtsvollzieher: Mutmaßlicher Täter in U-Haft

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Die Spurensicherung der Polizei ist in Bexbach am 25. November 2025 im Einsatz, nachdem ein 58-jähriger Gerichtsvollzieher getötet wurde.
Die Spurensicherung der Polizei ist in Bexbach am 25. November 2025 im Einsatz, nachdem ein 58-jähriger Gerichtsvollzieher getötet wurde. (Foto: Brandon Lee Posse/Brandon Lee Posse/dpa)
  • Ein 42-jähriger Mann sitzt in U-Haft, nachdem er am Dienstagmorgen einen 58-jährigen Gerichtsvollzieher in Bexbach mit einem Jagdmesser getötet haben soll.
  • Der Angriff ereignete sich während einer Zwangsräumung in der Wohnung des mutmaßlichen Täters, der die Tat einräumte und nicht vorbestraft ist.
  • Der Deutsche Gerichtsvollzieher Bund fordert bessere Schutzkonzepte, da verbale und körperliche Angriffe auf Gerichtsvollzieher zunähmen.
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Nach einem tödlichen Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im saarländischen Bexbach sitzt der Verdächtige in U-Haft. Die Ermittler prüfen nun, wie sich solche Taten künftig verhindern lassen.

Nach einem tödlichen Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im saarländischen Bexbach sitzt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Gegen den 42-Jährigen sei Haftbefehl unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags ergangen, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Bernd Weidig auf einer Pressekonferenz in Saarbrücken. Das Amtsgericht Saarbrücken habe die Untersuchungshaft angeordnet. Außerdem werde wegen eines tätlichen Angriffs auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Der 58-jährige Gerichtsvollzieher war am Dienstagmorgen getötet worden, als er in Bexbach im Saarland seinen Dienst ausübte. Das teilte das Justizministerium in Saarbrücken mit.

Angriff mit dem Jagdmesser

Nach ersten Erkenntnissen soll der Verdächtige mit einem Jagdmesser mehrfach auf den Kopf und den Oberkörper des Gerichtsvollziehers eingestochen und ihn damit tödlich verletzt haben, sagte Weidig. Das Opfer sei noch am Tatort gestorben.

Der Gerichtsvollzieher war am Dienstagmorgen wohl „anlässlich einer Räumung im Wege der Zwangsvollstreckung“ in der Wohnung des 42-Jährigen. Drei Personen von der Hausverwaltung hätten ihn dabei begleitet, sie seien aber nicht mit in die Wohnung gegangen, berichtete Weidig. Der Tatverdächtige war direkt nach der Tat im Stadtteil Oberbexbach festgenommen worden. Laut Weidig räumte er die Tat ein. Der Verdächtige sei nicht vorbestraft und ledig.

Große Betroffenheit im Saarland

Die Tat löst im Saarland und in der Stadt Bexbach eine große Betroffenheit aus.  Nach Angaben der saarländischen Justizministerin Petra Berg (SPD) war der Gerichtsvollzieher ein erfahrener Kollege, ein Ehemann und Vater. Die Landesregierung habe am Mittwoch Halbmast geflaggt. Zudem werde bald ein Kondolenzbuch in der Staatskanzlei ausgelegt. Auch wolle sie in den kommenden Tagen prüfen, wie die Sicherheit der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher verbessert werden könne. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) und der Bürgermeister der Stadt Bexbach, Christian Prech (CDU), zeigten sich ebenfalls tief betroffen.

Gerichtsvollzieher fordern besseren Schutz

Sicherheit werde im Berufsalltag von Gerichtsvollziehern ein immer größeres Thema, berichtet der erste Vorsitzende des Landesverbands der Gerichtsvollzieher im Saarland, Gerd Luckas, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Die Verrohung gegenüber der Staatsgewalt nehme zu. Bei dem 58-Jährigen, der getötet wurde, habe es sich um einen sehr erfahrenen Kollegen gehandelt, mit dem er vor über 20 Jahren gemeinsam die Ausbildung zum Gerichtsvollzieher absolviert habe, sagte Luckas.

Angesichts der Tat fordert der Deutsche Gerichtsvollzieher Bund ein besseres Schutz- und Sicherheitskonzept für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst. Als drei Hauptanliegen nannte der Vorsitzende Matthias Boek im Gespräch mit der DPA eine verbesserte Ausbildung, bessere Schutzausrüstungen sowie einen höheren Schutz der Privatsphäre von Gerichtsvollziehern. Der Landesverband der Gerichtsvollzieher im Saarland ist dazu nach eigenen Angaben bereits in Gesprächen mit dem Justizministerium.

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