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Musiker:Prince starb an Schmerzmittel-Überdosis

Nach seinem Tod am 21. April trauerten Fans überall auf der Welt um Prince - wie hier in Los Angeles.

(Foto: AFP)

Laut Gerichtsmedizin habe er sich selbst versehentlich eine zu hohe Dosis von Fentanyl verabreicht.

Wie die Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Minnesota mitteilte, ist Prince an einer Medikamentenüberdosis gestorben. Der Sänger hatte demnach versehentlich eine tödliche Menge des Opioids Fentanyl eingenommen. Dabei handelt es sich um ein überaus starkes synthetisches Opiat, das Morphium ähnelt. Es wird beispielsweise in der Anästhesie angewendet.

Prince war am 21. April tot auf seinem Anwesen im US-Staat Minnesota aufgefunden worden. Er wurde 57 Jahre alt.

US-Medien hatten bereits kurz nach dem Tod des Stars berichtet, dass Prince Opiate bei sich gehabt habe. Auch in seinem Haus seien die Schmerzmittel gefunden worden. Die Rolle der verschreibungspflichtigen Medikamente beim Tod des 57-Jährigen waren Gegenstand von Ermittlungen. Eine erste Obduktion hatte zunächst keine Hinweise auf einen Suizid, eine Überdosis Drogen oder ein Verbrechen erbracht.

Prince Rogers Nelson, wie der Künstler mit bürgerlichem Namen hieß, war die Pop-Ikone der Achtziger Jahre. Zu seinen bekanntesten Songs gehörten "Kiss", "When Doves Cry" und "Purple Rain". Als Sohn eines schwarzen Jazzmusikers und einer weißen Sängerin lernte Prince mit sieben Jahren Klavierspielen, später brachte er sich selbst Gitarre und Schlagzeug bei. Mit dem Album "1999" wurde er in den USA berühmt; der internationale Durchbruch gelang ihm mit "Purple Rain". Im gleichnamigen Kinofilm spielte er die Hauptrolle.

Fentanyl ist ein synthetisches Medikament. Das Schmerzmittel gilt als bis zu 50 mal stärker als Heroin. Es ist zum Teil verantwortlich für einen Anstieg von Todesfällen durch eine Überdosis in einigen Gegenden der USA in jüngerer Zeit. Wegen seiner Risiken wird es von der Arzneimittelbehörde FDA streng kontrolliert. Der US-Anti-Drogen-Behörde DEA wurden Ende 2013 und 2014 mehr als 700 Fälle von Überdosis im Zusammenhang mit Fentanyl gemeldet.

© SZ.de/AFP
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