Süddeutsche Zeitung

Klage eingereicht:Neue Vorwürfe gegen Gérard Depardieu

Dem Schauspieler wird sexueller Übergriff vorgeworfen. Er selbst bezeichnet sich als Opfer einer "medialen Lynchjustiz".

Neue Vorwürfe gegen den französischen Schauspieler Gérard Depardieu: Wegen sexueller Übergriffe vor fast zehn Jahren habe eine Frau am 9. Januar 2024 Klage gegen den 75-Jährigen eingereicht. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP jetzt unter Berufung auf die Anzeige.

Die Vorfälle hätten sich im März 2014 bei den Dreharbeiten zum Film "Le Magicien et les Siamois" ereignet. Die Frau, die anonym bleiben wolle, sei damals 24 Jahre gewesen und habe als Assistentin gearbeitet, berichtete die Zeitung Le Courrier de l'Ouest. Sie habe Berührungen im Intimbereich und obszöne Äußerungen beklagt. Depardieus Anwalt wies laut der Zeitung darauf hin, sein Mandant bestreite - wie in den anderen laufenden Gerichtsverfahren - sexuelle Belästigung.

Die Anzeige gegen Depardieu wurde wegen "sexueller Übergriffe auf eine schutzbedürftige Person durch eine Person, die die Autorität ihrer Funktion missbraucht", erstattet. Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung wird gegen Depardieu bereits seit 2020 ermittelt. Seit Mitte September läuft eine weitere Klage gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs. Der Vorfall soll sich 2007 ereignet haben. Mehrere Frauen werfen dem bekannten Darsteller, der in mehr als 200 Filmen spielte, unter anderem sexuelle Gewalt vor.

Depardieu bestreitet die Vorwürfe. In einem in der Zeitung Le Figaro Anfang Oktober veröffentlichten Brief bezeichnet er sich als Opfer einer "medialen Lynchjustiz". In einem Anfang Dezember ausgestrahlten Dokumentarfilm über seine Reise nach Nordkorea im Jahr 2018 gibt Depardieu immer wieder frauenfeindliche und vulgäre Kommentare von sich, wofür er scharfe Kritik erntete.

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SZ/dpa/jala
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