Bankraub in Gelsenkirchen3000 Geschädigte sollen vernommen werden

Tausende Bankkunden sind von dem Einbruch in die Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer betroffen. Nun gilt es, sie alle zu verhören.
Tausende Bankkunden sind von dem Einbruch in die Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer betroffen. Nun gilt es, sie alle zu verhören. (Foto: Christoph Reichwein/dpa)

Die Ermittlungen im Fall des Bankraubs könnten sich über Wochen ziehen: Tausende Geschädigte sollen ab Montag befragt werden. Die Polizei hat dafür eigens Räume angemietet.

Die Polizei will ab Montag alle Opfer des Millionen-Coups von Gelsenkirchen vernehmen. Da insgesamt mehr als 3000 Schließfächer bei dem Einbruch in die Sparkassenfiliale geknackt wurden, geht man von wochenlangen Verhören aus. Die Polizei hat nach eigenen Angaben dafür extra Büroräume angemietet.

Die Ermittler appellieren an die Opfer „bei allem Verständnis für diese außergewöhnliche Situation“, dass sie nur mit Termin zur Vernehmung erscheinen sollen. „Die Anzahl der zu vernehmenden Kundinnen und Kunden ist hoch. Kommen Sie als Geschädigte oder Geschädigter bitte möglichst allein, sofern dies möglich ist.“ Und: „Sollten Sie Unterlagen, Dokumente oder Beweise zu den Gegenständen aus Ihrem Schließfach besitzen, bringen Sie diese bitte mit.“

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale gebohrt. Dort räumten sie mehr als 3000 Kundenschließfächer aus. Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen, gilt als zentrale Frage bei den Ermittlungen. „Jede und jeder Geschädigte wird die Chance erhalten, bei der Polizei Angaben zum Inhalt seines Schließfachs machen zu können. Diese Informationen fließen direkt in die Ermittlungen ein und können neue Ansätze zur Tatermittlung liefern“, betonte ein Polizeisprecher.

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SZ PlusVon Christoph Koopmann

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