Verhandlungsführer bei Geiselnahmen:"Die Geiselnehmer reden fast immer gerne"

Verhandlungsführer bei Geiselnahmen: 18 Stunden lang sprachen speziell geschulte Verhandlungsführer der Polizei mithilfe eines Dolmetschers mit Salman E. Schließlich gab der 35-Jährige auf und wurde in Handschellen abgeführt. Seine vier Jahre alte Tochter blieb körperlich unverletzt.

18 Stunden lang sprachen speziell geschulte Verhandlungsführer der Polizei mithilfe eines Dolmetschers mit Salman E. Schließlich gab der 35-Jährige auf und wurde in Handschellen abgeführt. Seine vier Jahre alte Tochter blieb körperlich unverletzt.

(Foto: Jonas Walzberg/dpa)

Matthias Schranner hat bei mehreren Geiselnahmen für die Polizei die Verhandlungen geführt. Wie bringt man jemanden wie den Vater, der am Hamburger Flughafen seine Tochter 18 Stunden im Auto festhielt, zum Aufgeben?

Von Jana Stegemann

Der Geiselnehmer vom Flughafen Hamburg sitzt nun in Untersuchungshaft. 18 Stunden verhandelte die Polizei mit dem 35-jährigen Salman E., bis er seine vierjährige Tochter freiließ. Was redet man die ganze Zeit mit einem Geiselnehmer? Weil die deutsche Polizei öffentlich nicht über ihre Strategie in solchen Fällen sprechen darf, gibt jemand Antworten, der nicht mehr bei der Polizei arbeitet, aber viele Jahre für sie mit Geiselnehmern verhandelt hat: Matthias Schranner ist spezialisiert auf Krisen, erst Ende Januar wurde er eingeflogen, um die Klimaaktivisten Pinky & Brain aus einem einsturzgefährdeten Tunnel in Lützerath zu holen. Der Verwaltungsjurist ließ sich unter anderem beim FBI für Verhandlungen mit Geiselnehmern ausbilden. Nach 17 Jahren bei der Polizei gründete Schranner seine eigene Beratungsfirma, er lebt heute in Zürich und New York. Mit dem Schranner Negotiation Institute unterstützt der 59-Jährige weltweit die Vereinten Nationen, politische Parteien und Unternehmen bei schwierigen Verhandlungen.

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