Süddeutsche Zeitung

Tödlicher Bootsunfall auf dem Gardasee:Gardasee-Bootsunfall: Verurteilter Deutscher auf freiem Fuß

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Der Mann aus München, der mit einem Luxusboot ein Holzschiff gerammt und ein italienisches Paar getötet hat, darf den Hausarrest verlassen. Künftig gilt für ihn ein Aufenthaltsverbot für die Regionen rund um den Gardasee.

Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Motorbootunfall auf dem Gardasee ist der deutsche Bootsführer wieder auf freiem Fuß. Der Münchner, der im März von einem Gericht in Brescia zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, sei bereits am 18. Juli aus dem Hausarrest entlassen worden, meldeten am Freitag unter anderem die Zeitungen Corriere della Sera und Brescia Oggi. Der Mann hatte in der Nacht des 19. Juni 2021 mit einer Riva Aquarama das Holzboot eines italienischen Paares gerammt und war danach weitergefahren. Die Italienerin und der Italiener kamen ums Leben.

Verurteilt wurde der Bootslenker zu vier Jahren und sechs Monaten Haft. Sein Freund, der ebenfalls auf dem Boot war, bekam zwei Jahre und elf Monate. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte bereits Berufung an, auch die Staatsanwaltschaft erwägt dies. Der Mann aus Bayern konnte nun nach knapp einem Jahr zwar den Hausarrest verlassen. Die Auflage ist laut den Medienberichten aber, dass er nicht mehr an den Gardasee kommen darf. Das Gericht sprach entsprechend ein Aufenthaltsverbot für die Provinzen Brescia, Verona und Trient aus. Ob der Mann nach Deutschland zurückkehren konnte, wurde zunächst nicht bekannt.

In der Juni-Nacht 2021 waren Umberto Garzarella und Greta Nedrotti gestorben, nachdem ihr Holzboot von dem Luxus-Schnellboot der zwei Deutschen frontal gerammt worden war. Die beiden Touristen waren betrunken. Sie gaben im Prozess an, die Kollision nicht bemerkt zu haben. Sie seien von Treibgut ausgegangen. Das Gericht glaubte ihnen, sprach sie aber dennoch wegen fahrlässiger Tötung schuldig.

"Für mich ändert es nichts, ob er unter Hausarrest steht oder frei ist", sagte der Vater von Garzarella der Nachrichtenagentur Ansa. Kein Urteil sei angemessen für das Leid, das er und Gretas Eltern erleben müssten. "Ich bin innerlich gestorben." Die Hinterbliebenen hatten sich zum Prozessbeginn mit der Versicherung des Beifahrers, dem das Boot gehört, auf ein Schmerzensgeld geeinigt.

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