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Fyre Festival:Luxus-Musikfestival endet im Desaster

New luxury festival collapses in Bahamas

Die Musiker von Blink-182 sollten an diesem Wochenende beim luxuriösen Fyre Festival auf den Bahamas auftreten. Doch nachdem sich Fans über die Zustände vor Ort empörten, sagte die Band ihre Teilnahme ab.

(Foto: AFP)

Reiche und Promis wollten auf den Bahamas exklusiv feiern. Dann sahen sie die dreckigen Zelte.

Die günstigsten Tickets für das Fyre Festival auf den Bahamas kosteten umgerechnet fast 3000 Euro. Dafür sollten die Gäste berühmte Bands sehen wie Migos, Rae Sremmurd und Blink 182. Angekündigt war ein exklusives Publikum aus Jungmillionären, Instagram-Stars und Prominachwuchs. Das Musikevent auf der namensgebenden Bahamas-Insel Fyre war seit Wochen ausgebucht. Bis zu 3000 Festivalbesucher wurden erwartet, schreibt eine lokale Zeitung.

Die ersten Gäste, die am Freitag auf den Bahamas eintrafen, hatten sich das ganze aber wohl anders vorgestellt. Die Festival-Werbung ließ auf Gourmet-Häppchen des ausgezeichneten Kochs Stephen Starr hoffen. In der Styroporbox, die einer der Besucher zum Dinner bekam, überraschten ihn allerdings zwei Scheiben Toast mit Käse und ein paar Blätter Salat.

Die aufblasbaren Unterkünfte hatten sich manche Bewohner vielleicht als Luftschlösser erträumt. Tatsächlich fanden sie hässliche Zelte auf dreckigem Boden vor. Das junge, vorwiegend US-amerikanische Publikum ist auf Twitter und Instagram unterwegs. Die unschönen Bilder des Desasters erreichten Tausende Nutzer.

Nun ist der Ärger groß. Die Band Blink 182 sagte ihren Auftritt ab. Die ersten Gäste traten enttäuscht die Rückreise an. Weil der Tourismus für die Bahamas eine der größten Einnahmequelle ist, schaltete sich sogar die Regierung ein. Das Tourismusministerium entschuldigte sich. Die Organisatoren hätten trotz aller Versprechen offenbar nicht die Kapazitäten gehabt, ein Event dieser Größe umzusetzen. "Wir hoffen, dass die Festival-Besucher es in Betracht ziehen, zu den Bahamas zurückzukehren, um die Inseln in all ihrer Schönheit wirklich zu erleben", teilt die Regierung mit.

Die Veranstalter versuchten zunächst, das Event zu retten. Man arbeite daran, die Gäste "bequem unterzubringen" und ihnen ein "einzigartiges Erlebnis" zu schaffen, hieß es in einer ersten Mitteilung. Wenige Stunden später sagten sie das Festival jedoch aufgrund "äußerer Umstände außerhalb ihrer Kontrolle" ab. Die Tickets würden erstattet.

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