SZ-Kolumne "Bester Dinge":Hochzeit mit Ersatz-Bräutigam

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(Foto: Birgit Korber/PantherMedia)

Stellvertreter sind wichtig, vor allem in Urlaubszeiten. Fußballprofi Mohamed Buya Turay hat es mit dem Delegieren jedoch etwas übertrieben.

Von Veronika Wulf

Der Stellvertreter fristet oft ein verkanntes Dasein, die Lorbeeren erntet der oder die Hauptamtliche, und nicht immer wird er zum Thronfolger. Auch in der Ehe schienen die Rollen von Chef und Hiwi lange klar verteilt zu sein. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, hieß es früher, und es müssen bis heute unglaublich viele Messer rumfliegen da draußen, oder wovor sonst halten die Frauen die ganzen Rücken erfolgreicher Männer frei, wie diese immer öffentlichkeitswirsam sagen? Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass Partnerinnen und Partner sich gegenseitig unterstützen können, auch ohne dass jemand komplett zurücksteckt.

Stellvertreter aber braucht es trotzdem, gerade in Urlaubszeiten. Ihre E-Mail-Adressen werden in Abwesenheitsnotizen hinterlegt, sie werden vielfach mit dem Attribut "ansprechbar" versehen, sie springen ein, retten, richten, rotieren. Wie viel eine gute Vertretung wert ist, weiß man spätestens, wenn man aus dem Urlaub kommt und alles nacharbeiten muss. Doch man muss auch delegieren können.

Mohamed Buya Turay kann das. Der Fußballprofi aus Sierra Leone bekam kurz vor seiner Hochzeit die Zusage für einen Vereinswechsel zum schwedischen Erstligisten Malmö FF und ließ sich, wie die schwedische Zeitung Aftonbladet berichtete, kurzerhand von seinem Bruder vertreten - auf der Hochzeit, nicht auf dem Platz, versteht sich. Später postete er Hochzeitsbilder, Nutzer waren verwirrt: Ist das jetzt der Bruder, der die Braut küsst? "Wir haben die Bilder im Voraus gemacht", sagte Turay Aftonbladet. Und veröffentlichte weitere Bilder: von Bruder und Braut offenbar bei der richtigen Zeremonie, zusammen mit ein paar konfusen Halbsätzen. Vielleicht sollte Turay auch seine Öffentlichkeitsarbeit delegieren - an einen Profi.

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