Fundbüros getestet Wenn Geld auf wundersame Art verschwindet

Die Stiftung Warentest hat Portmonees, Brief- und Bauchtaschen bundesweit in Fundbüros abgegeben. Als die vermeintlichen Besitzer ihre "verlorenen" Geldtaschen wiederhaben wollten, staunten sie nicht schlecht.

Von mid

Von den insgesamt 63 abgegebenen Portmonees waren zehn nicht mehr auffindbar. Aus vier anderen war auf wundersame Weise Geld verschwunden.

In München kamen zwei Fundstücke nicht wieder zu ihrem wahren Besitzer zurück.

Das ist Unterschlagung und damit schon ein Fall für die Kriminalpolizei, wie die Zeitschrift test in ihrer August-Ausgabe schreibt.

Die Fundbüros des Flughafens und des Bahnhofs erhielten deshalb die Note "mangelhaft". Zur Ehrenrettung der Landeshauptstadt: Das zentrale Fundbüro der Polizei München erhielt mit der Note "gut" das beste Ergebnis im Test.

Ein Sprecher des Flughafens München teilte auf Anfrage von sueddeutsche.de mit, dass er sich den Fall nicht erklären könne. Für jedes Fundstück werde genau dokumentiert, wer es abgab und an wen es wieder herausgegeben wurde. Man habe ein "ausgeklügeltes PC-System", das jeden Fall nummeriere, sodass das Löschen eines bestimmten Eintrags erkennbar sei. Zusammen mit der Stiftung Warentest wolle man dem Fall genau nachgehen.

In Düsseldorf auf verlorenem Posten

Ein Sprecher der Deutschen Bahn Bayern nahm zu dem Vorfall zunächst keine Stellung.

Auch in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg hat die Stiftung Warentest die Arbeitsweise und Zuverlässigkeit von Fundbüros der Polizei, der Deutschen Bahn, des öffentlichen Nahverkehrs und der Flughäfen untersucht. Düsseldorf schnitt am schlechtesten ab. Dort erhielten gleich vier Fundbüros die Note "mangelhaft".