Liechtenstein:Fürstin Marie gestorben

Fürstin Marie von und zu Liechtenstein gestorben

Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein und seine Frau Fürstin Marie im Jahr 2017.

(Foto: Gian Ehrenzeller/dpa)

Das kleine Land zwischen Österreich und der Schweiz trauert um die beliebte Ehefrau von Staatsoberhaupt Hans-Adam II.

Fürstin Marie von und zu Liechtenstein ist tot. Die Ehefrau von Staatsoberhaupt Hans-Adam II. starb an diesem Samstag mit 81 Jahren in einem Krankenhaus im schweizerischen Grabs, wie das Fürstentum in einer Stellungnahme mitteilte. Der Gesundheitszustand der Fürstin habe sich nach ihrem Schlaganfall am Mittwoch stetig verschlechtert. Sie sei "im Beisein der Familie und nach Empfang der heiligen Sterbesakramente friedlich und in großem Gottvertrauen entschlafen", erklärte der Hof. Das Liechtensteiner Volksblatt schrieb, im ganzen Land läuteten um 20.15 Uhr die Trauerglocken. Die andere der beiden Zeitungen des Landes, das Liechtensteiner Vaterland, sprach von einem "Land in Trauer".

Fürstin Marie wurde laut Angaben des Hofes als viertes von sieben Kindern in Prag geboren. Ihre Eltern wurden bei Kriegsende, als sie noch ein Kind war, aus der alten Heimat nach Deutschland vertrieben. Dort ging sie bis zum Abitur zur Schule. Nach einem Sprachaufenthalt in England absolvierte sie die Akademie für Gebrauchsgrafik der Universität München. Nach einem weiteren, kürzeren Sprachaufenthalt in Paris habe sie bis zu ihrer Verlobung 1965 als Gebrauchsgrafikerin in einer Druckerei in Dachau gearbeitet, schrieb das Liechtensteiner Volksblatt.

1967 heiratete sie Fürst Hans-Adam II. Das Paar hat vier Kinder. Drei Jahrzehnte stand sie dem Liechtensteinischen Roten Kreuz vor. Die Fürstin galt als sozial sehr engagiert und kunstaffin, in der Bevölkerung war sie beliebt. In den letzten Jahren hatte sie - auch wegen der Corona-Pandemie - nur noch selten öffentliche Auftritte wahrgenommen.

Das 160 Quadratkilometer große Fürstentum Liechtenstein zwischen Österreich und der Schweiz ist mit rund 39 000 Einwohnern einer der kleinsten Staaten der Welt, es gilt als sehr wohlhabend. Das Land ist eine konstitutionelle Erbmonarchie. Der Fürst kann unter anderem die Regierung und das Parlament auflösen und Volksentscheide außer Kraft setzen. Fürst Hans-Adam II., heute 76, hat die Regierungsgeschäfte 2004 an seinen und Fürstin Maries ältesten Sohn, Erbprinz Alois, übertragen, der mit Herzogin Sophie in Bayern verheiratet ist.

© SZ/dpa/odg/cag
Zur SZ-Startseite

Glücksspiel
:Liechtenstein will Spielhöllen bremsen

Überraschend viele deutsche Glücksspieler fahren lieber ins Fürstentum Liechtenstein als nach Monte-Carlo. Der Erfolg der Casinos ist der Regierung nicht mehr geheuer. Sie greift ein.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB