Frühere Aussage vor Gericht Bill Cosby soll Einsatz von Beruhigungsmitteln zugegeben haben

US-Komiker Bill Cosby hat schon in einem Prozess 2005 den Besitz von Beruhigungsmitteln zugegeben - und auch eingestanden, dass sie für Frauen bestimmt waren, mit denen er Sex haben wollte.

(Foto: AP)
  • US-Komiker Bill Cosby hat 2005 zugegeben, Beruhigungsmittel gekauft zu haben, um sie Frauen zu geben, mit denen er Sex haben wollte.
  • Das zeigen Dokumente aus einem Prozess, deren Veröffentlichtung die Nachrichtenagentur AP gerichtlich durchgesetzt hat.

Nachrichtenagentur veröffentlicht Geheimunterlagen

US-Komiker Bill Cosby hat unter Eid den Besitz von Beruhigungsmitteln eingestanden. Er habe geplant, diese Mittel jungen Frauen zu geben, mit denen er Sex haben wollte. Mindestens einer Frau und "andere Personen" hätten diese Medikamente nach eigener Aussage auch von ihm bekommen. Das zeigen am Montag veröffentlichte Gerichtsunterlagen aus dem Jahr 2005. Offen bleibt demnach jedoch die Frage, ob er Frauen die Mittel jemals ohne ihr Wissen verabreicht hat.

Cosbys Anwälten zufolge wussten damals zwei der heutigen Klägerinnen, dass sie Medikamente von dem Komiker nahmen. Den Gerichtsdokumenten zufolge handelte es sich um Quaaludes, ein Mittel, das beruhigend wirkt, gleichzeitig die Hemmschwelle senkt und damit das Lustempfinden steigert.

Zahlreiche weitere Klagen

Für die Anwälte etlicher Frauen, die Cosby in den vergangenen Monaten wegen sexuellen Missbrauchs verklagt haben, sind die Unterlagen aus dem früheren Fall ein Beleg dafür, dass die Vorwürfe gegen den Schauspieler zutreffend sind. Sie sind davon überzeugt, dass Cosby die Frauen mit Medikamenten gefügig gemacht und dann vergewaltigt hat.

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Öffentlich geächtet ist Bill Cosby bereits, jetzt könnten ihn die Vergewaltigungsvorwürfe erstmals vor Gericht bringen: Eine Frau aus Kalifornien hat den Schauspieler nach US-Medienberichten verklagt.

Die jetzt veröffentlichten Unterlagen stammen aus einem Prozess, den eine der vielen Frauen angestrengt hatte, die Cosby sexuellen Missbrauch vorwerfen. Die Nachrichtenagentur AP hatte die Veröffentlichung der Dokumente gerichtlich durchgesetzt, Cosbys Anwälte hatten das zu verhindern versucht. Das Gericht gab dann aber einige Dokumente frei und begründete dies mit dem öffentlichen Interesse an dem Verfahren.

In dem Fall aus dem Jahr 2005 musste Cosby unter Eid aussagen. Beide Seiten einigten sich vertraulich. Mittlerweile haben mindestens 15 Frauen ähnliche Fälle geschildert und zum Teil Klage eingereicht. Der 77-Jährige bestreitet sämtliche Vergewaltigungsvorwürfe.

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