Früher Monsun Mehr als 300 Tote durch Überschwemmungen in Indien

Der Norden Indiens kämpft gegen schwere Überschwemmungen. Die ungewöhnlich früh einsetzenden Regenfälle haben Einheimische und Touristen gleichermaßen überrascht. Tausende Menschen gelten als vermisst.

Schwere Unwetter haben im Norden Indiens mindestens 300 Menschenleben gefordert. Noch immer gelten 14.000 Menschen als vermisst. Rettungskräfte versuchten am Freitag, vom Wasser isolierte Orte im Norden Indiens zu erreichen. Mit Helikoptern suchten sie nach Überlebenden und warfen Essenspakete ab. Fernsehbilder zeigten, wie Menschen sich an Klippen entlanghangelten, um sich in Sicherheit zu bringen.

Allein im Bundesstaat Uttarakhand sind bei Überschwemmungen am Ganges und seinen Nebenflüssen seit Sonntag 44 Menschen ums Leben gekommen, wie der lokale Katastrophenschutz an diesem Dienstag meldete. Die meisten Opfer seien durch Erdrutsche und einstürzende Häuser getötet worden. Hunderte gelten als vermisst.

Dutzende Häuser und Hotels wurden Medienberichten zufolge fortgespült. Die indische Luftwaffe setzt Helikopter ein, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Im Bundesstaat Uttar Pradesh an den Ausläufern des Himalayas starben mindestens 18, in Himachal Pradesh und dem Nachbarland Nepal jeweils zehn Menschen, wie die Nachrichtenagentur IANS berichtete.

Auch die indische Hauptstadt ist betroffen. In den niedrig gelegenen Teilen Delhis, die am Ufer des Flusses Yamuna liegen, wurden die Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Meteorologen sagen für den Norden Indiens in den kommenden Tagen weitere heftige Regenfälle voraus.

Die heftigen Monsun-Regenfälle setzten etwa zwei Wochen früher ein als üblich. Sie überraschten auch mehr als 70.000 Touristen und Pilger, die jetzt in den betroffenen Regionen festsitzen, da Hochwasser und Erdrutsche die Zufahrtswege weitgehend zerstört haben.