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Frost in Europa:Ein Kontinent auf Eis

Minus 27 Grad im Oberallgäu: Am Sonntag erreichte der Frost in Deutschland seinen bisherigen Tiefpunkt. Anderswo in Europa haben Schnee, Eis und Kälte ganze Regionen von der Außenwelt abgeschnitten, den Flugverkehr zum Erliegen gebracht - und erneut Menschenleben gefordert.

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Quelle: AFP

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Während in Genf, wie hier im Bild, Autos am Boden festfrieren und romantische Bilder produzieren, sind die Folgen der Kälte andernorts dramatisch: In Osteuropa sterben Dutzende Menschen bei Rekord-Minustemperaturen, Sarajewo ruft wegen enormer Schneemassen den Notstand aus, an Europas größtem Flughafen geht nichts mehr. Weite Teile des Kontinents sind von der extremen Kälte praktisch lahmgelegt.

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Quelle: AP

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Bei Rekordtemperaturen von minus 30 Grad sind in der Ukraine am Wochenende erneut mindestens 30 Menschen erfroren. Die Zahl der Kältetoten stieg damit auf 131 in diesem Winter, wie das Zivilschutzministerium in Kiew mitteilte. Die meisten Opfer waren Obdachlose. Im ganzen Land werden inzwischen mehr als 1800 Menschen wegen Unterkühlung und Erfrierungen in Krankenhäusern behandelt.

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Quelle: AP

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Auch Polen leidet seit Tagen unter bitterer Kälte. In der Nacht zu Sonntag fielen erneut acht Menschen den eisigen Temperaturen zum Opfer. Die meisten von ihnen waren Obdachlose. Seit Beginn der Kältewelle sind nach Polizeiangaben landesweit 53 Menschen erfroren. Hinzu kommen mindestens sechs Todesfälle wegen Kohlenmonoxidvergiftungen in Wohnungen mit defekten Kohleöfen.

Snow paralyses the traffic in Sarajevo

Quelle: dpa

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In der bosnischen Hauptstadt Sarajewo wurde nach heftigen Schneefällen der Notstand ausgerufen. Die meisten Bewohner konnten ihre Häuser nicht verlassen. Etwa 30 Menschen mussten die Nacht in ihren Autos in einem Tunnel verbringen. Sie riefen bei Radiosendern an und baten um Hilfe: Sie hätten Kinder bei sich und ihnen gehe das Benzin aus. Räumfahrzeuge, die zu ihrer Rettung ausrückten, blieben in den Schneemassen stecken. Viele Ortschaften in Bosnien-Herzegowina waren von der Außenwelt abgeschnitten.

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Quelle: AP

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Von "Kollaps" und "Schnee-Apokalypse" schrieben die serbischen Zeitungen. Bis zu zwei Meter hoch türmte sich der Schnee in einigen Landesteilen. Im Zentrum des Landes fielen für viele Menschen Strom und warmes Wasser aus. Selbst in den größeren Provinzstädten wurden die Lebensmittel knapp. Soldaten versuchten, vom Schnee eingeschlossene Kranke auf den Dörfern mit Medikamenten zu versorgen. Weil selbst die wichtigsten Transitrouten nicht geräumt wurden, rief die Stadtverwaltung die Bürger zum Schneeschippen auf.

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Quelle: AP

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In London fielen zwar nur maximal zehn Zentimeter Schnee, doch die reichten, um Großbritannien in ein Verkehrschaos zu stürzen. Europas größter Flughafen London-Heathrow strich rund 600 Flüge und damit die Hälfte aller Starts und Landungen für Sonntag. Die Ankündigung kam bereits am Samstag, noch bevor die erste Schneeflocke in London gefallen war. Auch auf Autobahnen und Schienenstrecken kam es zu erheblichen Behinderungen.

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Mittel- und Süditalien erlebte den stärksten Wintereinbruch seit mehr als 25 Jahren. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Bis zu 120.000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder Autos stecken.

Vermutlich wegen eines Schneesturms kam es nördlich der italienischen Hauptstadt zu einem Fährunfall. Ein Schiff, das aus dem Hafen von Civitavecchia auslaufen wollte, wurde vom Wind in ein Dock gedrückt, der Schiffsrumpf wurde aufgerissen. Glücklicherweise verlief der Riss oberhalb der Wasserlinie. Die mehr als 300 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten die Fähre unbeschadet verlassen.

Icy rain in Bucharest

Quelle: dpa

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Teile Rumäniens und Bulgariens erlebten erst Schneestürme und dann Regen. Der schnell gefrierende Niederschlag verwandelte viele Landstraßen in Rutschbahnen. In Bulgarien waren praktisch nur die Straßen auf der Route von US-Außenministerin Hillary Clinton befahrbar, die sich kurz in der Hauptstadt Sofia aufhielt. In zwei Gemeinden im Süden des Landes wurde nach intensiven Regenfällen der Notstand ausgerufen. Ein Stausee drohte überzulaufen.

Freshly fallen snow is seen on the iron work of the Eiffel Tower in Paris as sub-freezing winter temperatures continue

Quelle: REUTERS

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Aus Frankreich wurden am Wochenende drei neue Kältetote und damit insgesamt vier Opfer des Frostes gemeldet. Zudem starb ein elfjähriger Junge, als er durch das Eis in einen See einbrach. Auf dem Flughafen von Toulouse wurde der Verkehr wegen starken Schneefalls zeitweise eingestellt. Busse blieben in den Depots.

A person plays ice hockey next to an ice surfer on a frozen Neusiedlersee in Podersdorf

Quelle: REUTERS

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Frieren mussten 10.000 Haushalte in Salzburg, nachdem wegen eine Problems in einem Heizkraftwerk die Heizungen kalt blieben. Betroffen war auch ein größeres Krankenhaus. Andere freuten sich über die Wintersportmöglichkeiten - wie hier am Neusiedler See in Podersdorf.

Frostwetter

Quelle: dpa

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Deutschland erlebte in der Nacht zum Sonntag den kältesten Tag des Winters. "Mit minus 28 Grad war es in Oberstdorf im Oberallgäu bundesweit am kältesten", teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Auch in Ostdeutschland fielen die Temperaturen weit unter minus 20 Grad. So wurden im sächsischen Deutschneudorf minus 26,4 Grad, im thüringischen Bad Lobenstein minus 24,1 und in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern minus 23,9 Grad gemessen.

Kälte in München

Quelle: dpa

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Angesichts der extremen Kälte fordert die erste Gewerkschaft Frostzuschläge für Millionen Beschäftigte, die im Freien arbeiten müssen. Die für Straßen- und Verkehrsbeschäftigte zuständige Fachgewerkschaft VDStra wolle angemessene Kältezuschläge. Für Bauarbeiter pochte die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt auf einen angemessenen "Frost-Schutz".

Kältewelle in Bayern

Quelle: dpa

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Mit rascher Entspannung ist in Deutschland nicht zu rechnen: Frosttemperaturen bis minus 20 Grad in der Nacht werden auch in den kommenden Tagen in einigen Regionen Deutschlands erwartet. Auch tagsüber herrscht Dauerfrost. Erst ab der zweiten Wochenhälfte könnten die Temperaturen im Rheinland und an der Küste vereinzelt über null Grad steigen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/beu/luk

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