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Unglück in Freudenberg:Frau stirbt nach schwerer Explosion - Ursache geklärt

Freudenberg - Explosion bei einem Brauchtumsfest 2019

Die Explosion beim Dorffest in Freudenberg war so stark, dass Plastikbehältnisse schmolzen.

(Foto: Rene Traut/dpa)
  • Einen Tag nach der schweren Explosion bei einem Fest in Freudenberg-Alchen am Sonntag ist eine 67-jährige Dorfbewohnerin gestorben.
  • Eine weitere Frau schwebt noch in Lebensgefahr.
  • Die Bratkartoffelpfanne ist laut Polizei aufgeplatzt und heißes Öl in die Flammen geschleudert worden.

Nach der Explosion einer riesigen Bratpfanne bei einem Dorffest in Freudenberg-Alchen am Sonntag ist eine Frau gestorben. Die 67-Jährige Dorfbewohnerin sei am Montagmorgen in einer Klinik ihren Verletzungen erlegen, sagte ein Polizeisprecher. Der Zustand einer weiteren Frau sei kritisch. Der Zustand von vier Menschen, die nach der Verpuffung im Siegerland zwischenzeitlich in Lebensgefahr schwebten, war am Montag aber wieder stabil, hieß es.

Bei den Ermittlungen zur Explosion ist die Polizei vorangekommen. "Wir wissen, wie dieser Feuerball, diese Explosion entstanden ist", sagte ein Polizeisprecher am Montagabend. Bei der Bratpfanne handele es sich um einen doppelwandigen Eigenbau mit einem Zwischenraum, der eine bessere Wärmeverteilung ermöglichen sollte. Die Pfanne sei aufgeplatzt und es sei eine heiße Flüssigkeit aus dem gefüllten Zwischenraum herausgeschleudert worden in die Flamme unter der Pfanne. Dabei habe es sich vermutlich um Öl gehandelt. Ähnlich wie bei einem Autovergaser habe dieses explosive Gemisch gezündet.

Warum die Bratpfanne versagte, die mehrere Jahre funktioniert haben soll, müsse aber noch ermittelt werden, sagte der Polizeisprecher. So kämen ein technischer Defekt, ein Bedienfehler oder auch eine Materialermüdung in Betracht. Die Ermittler gingen unter anderem auch der Frage nach, wer die riesige Pfanne, die sehr professionell gemacht sei, vor Jahren gefertigt habe. Falls es mehrere davon geben sollte, sei möglicherweise vor einer Gefahr zu warnen.

Der Zustand einer weiteren Frau ist weiterhin kritisch. Vier Menschen, die nach der Verpuffung im Siegerland zwischenzeitlich in Lebensgefahr schwebten, ging es am Montag etwas besser, hieß es bei der Polizei.

Ein Knall bis in die angrenzenden Ortschaften

Beim sogenannten "Backesfest" wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. Der Knall der Verpuffung war laut Feuerwehr bis in die angrenzenden Ortschaften zu hören. Augenzeugen und Gäste des ehrenamtlich organisierten Festes in der kleinen Ortschaft zeigten sich tief betroffen. Zwischen 100 und 150 Menschen waren zum Zeitpunkt des Unglücks vor Ort. Zur Mittagszeit sollten Bratkartoffeln aufgetischt werden.

Ein Augenzeuge berichtete der Westfalenpost von einem Feuerball und Menschen, die brennend aus dem Unterstand gelaufen seien. Notfallseelsorger waren im Einsatz, die Polizei sprach von einer "furchtbaren Tragödie".

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