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Freiburg:Mord-Verdächtiger aus Freiburg ist älter als angenommen

Mordfall Freiburger Studentin

Blumen und Grablichter erinnern an die Studentin, die hier vergewaltigt und ermordet worden ist.

(Foto: dpa)

Im anstehenden Prozess könnte sich das auf die Dauer der Haftstrafe auswirken. Der Flüchtling aus Afghanistan wird beschuldigt, eine Studentin vergewaltigt und getötet zu haben.

Im Fall des Sexualmords an einer Studentin in Freiburg wird der tatverdächtige Flüchtling Hussein K. voraussichtlich nach Erwachsenenstrafrecht angeklagt. Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Altersgutachten lege nahe, dass er zur Tatzeit mindestens 22 Jahre alt war und nicht 17 Jahre, wie er selbst angegeben hatte. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Hussein K. wird vorgeworfen, im Oktober 2016 in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Fall hatte im vergangenen Jahr auch für politische Diskussionen gesorgt.

Der tatverdächtige Afghane war als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Im Laufe der Ermittlungen hatte sich herausgestellt, dass er im Mai 2013 in Griechenland eine Studentin überfallen und eine Klippe hinuntergestürzt hatte und deshalb zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. Der Mann wurde im Oktober 2015 gegen Auflagen vorzeitig entlassen. Obwohl er als Gewalttäter vorbestraft war, konnte er ohne Papiere nach Deutschland einreisen und wurde als minderjähriger Flüchtling anerkannt.

Wäre er zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen, würde das Jugendstrafrecht gelten. In einem Mordprozess wäre dann eine Höchststrafe von zehn Jahren möglich gewesen. Nach Erwachsenenstrafrecht könnte dem Verdächtigen eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen.

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© SZ.de/dpa/lot/gal/ewid
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