Freiburg Katholischer Priester wegen Betrugsverdachts verhaftet

Das Münster gehört zur katholishcen Erzdiözese Freiburg.

(Foto: dpa)
  • Wegen des Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit ist in der Diözese Freiburg ein katholischer Geistlicher verhaftet worden.
  • Das Erzbistum erstattete selbst Anzeige gegen den ehemaligen Dekan und Pfarrer.
  • Der Beschuldigte könnte offenbar für Betrügereien im großen Stil verantwortlich gemacht werden.

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Geistlichen aus dem Erzbistum Freiburg wegen Untreue und Betrugs. Der Mann sei wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen worden, teilte die Anklagebehörde mit. Mehrere Objekte, darunter die Diensträume des Mannes, seien am Dienstag durchsucht worden. Der der ehemalige Dekan und Pfarrer sei seit 1. September "krankheitsbedingt von seinen Aufgaben entpflichtet", sagte das Bistum.

Ihm wird vorgeworfen, einen Caritasverband, eine Ordensgemeinschaft und eine katholische Kirchengemeinde über Jahre hinweg betrogen und um einen insgesamt sechsstelligen Betrag geprellt zu haben. Dem Erzbistum zufolge hatte es bereits Ende 2015 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben. Der Rechnungshof der Erzdiözese hatte daraufhin Untersuchungen eingeleitet und schließlich Anzeige erstattet.

Den Angaben zufolge hat der Mann Scheinrechnungen einer ausländischen Firma genutzt, Ausgaben für wohltätige Zwecke vorgetäuscht und Bargeld aus Kassen von Pfarrämtern genommen. Auch persönliche Einrichtungsgegenstände soll er sich von der Kirche bezahlen haben lassen. Weitere Details etwa zum Alter des Mannes nannte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Das bei den Durchsuchungen sichergestellte Beweismaterial werde derzeit vom Landeskriminalamt ausgewertet, hieß es.

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