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Weihnachtspredigt:Papst Franziskus prangert "Ungerechtigkeit" gegen Migranten an

Papst Franziskus Weihnachtspredigt

Papst Franziskus wirbt für mehr Solidarität und Schutz für Flüchtlinge.

(Foto: AP)

In seiner Weihnachtspredigt kritisiert das Oberhaupt der katholischen Kirche den mangelnden Schutz für Flüchtlinge. Auf die Unterdrückung der Uiguren in China geht er dagegen nicht ein.

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtspredigt der Opfer von Gewalt und Verfolgungen weltweit gedacht. Besonders erinnerte er an das Leiden von Kindern in Konflikten. Für das vom Krieg zerrissene Syrien rief er zu internationalen Friedensbemühungen auf. Auch in der Ukraine brauche es "konkrete Lösungen für einen dauerhaften Frieden".

Nachdrücklich bat Franziskus um Schutz für Migranten. Sie erlebten "unsagbare Misshandlungen" und Folter in Auffanglagern. Es sei "Ungerechtigkeit", die Menschen zwinge, Wüsten und Meere zu durchqueren, die zu "Friedhöfen" würden. Ebenso sei es eine Ungerechtigkeit, wenn Migranten mit ihrer Hoffnung auf ein würdiges Leben abgewiesen würden und auf "Mauern der Gleichgültigkeit" stießen. Der Papst beklagte vielfältiges Unrecht als eigentliche Fluchtursache für Migranten weltweit.

Ebenso erinnerte er an soziale und politische Unruhen in verschiedenen Ländern Amerikas. Die Menschen in Venezuela ermutigte er, sich für Gerechtigkeit, Versöhnung und ein Ende der Armut einzusetzen. Auf Spannungen und Probleme in Fernost, etwa die Lage der Uiguren in China und die Proteste in Hongkong, ging das Kirchenoberhaupt hingegen nicht ein.

Papst Franziskus hofft auf Frieden in Nahost

Franziskus bestärkte die versöhnlichen Kräfte im Heiligen Land. Trotz der Schwierigkeiten ließen sich dort viele nicht in ihrer Hoffnung auf Frieden, Sicherheit und Wohlstand entmutigen. Der Libanon müsse aus einer aktuellen Krise herausfinden und wieder ein "Modell harmonischen Zusammenlebens" werden. Ferner lenkte der Papst den Blick auf die Spannungen im Irak und die humanitäre Krise im Jemen.

In Afrika würden viele durch die sozialen und politischen Verhältnisse zur Auswanderung gezwungen, sagte der Papst. Er verwies auf Gewalt, Naturkatastrophen und Notlagen in der Gesundheitsversorgung. Ausdrücklich beklagte er die andauernden Konflikte im Kongo, aber auch Entführungen von Missionaren und islamistische Angriffe in Burkina Faso, Mali, Niger und Nigeria.

Im Anschluss an die Weihnachtsbotschaft spendete der Papst den traditionellen Segen "Urbi et orbi", "der Stadt und dem Erdkreis". Zu der feierlichen Zeremonie, die nur an Weihnachten und Ostern sowie nach einer Papstwahl stattfindet, versammelten sich Zehntausende Besucher und Pilger vor der Loggia des Petersdoms.

© SZ.de/kna/bix
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