Frankreich Sechs Schwerverletzte nach Medikamententest in Frankreich

Medienberichten zufolge sollen die Versuchspersonen ein Schmerzmittel eines europäischen Herstellers eingenommen haben.

Nach einem Medikamententest in einem Privatlabor in der französischen Stadt Rennes gibt es mindestens sechs Schwerverletzte. Ein Patient soll ins Koma gefallen sein, fünf weitere befänden sich in einem kritischen Zustand. Das berichten die britische Rundfunkanstalt BBC sowie mehrere französische Medien. Gesundheitsministerin Marisol Touraine spricht von einem "sehr ernsten Vorfall".

Medienberichten zufolge sollen bei dem Medikamententest 90 Teilnehmer ein Schmerzmittel eingenommen haben. Zuvor war berichtet worden, dass es sich bei dem Präparat um ein Mittel handelt, das auf Cannabis basiert. Das verneinte das Gesundheitsministerium jedoch. Das Medikament soll von einem lizenzierten, europäischen Hersteller stammen, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums.

Bei dem Test handelte sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Sie umfasst die erste Stufe bei Medikamententests an Menschen. In der Regel wird der Wirkstoffkandidat an Gesunden getestet, die sich freiwillig und gegen Bezahlung zur Verfügung stellen.

In dieser Phase untersuchen die Mediziner, wie der Körper auf die Substanz reagiert. Zwar sind potenzielle Nebenwirkungen mitunter schon aus Tierversuchen bekannt, dennoch kann es in dieser Phase auch zu unerwarteten Zwischenfällen kommen. Bekannt geworden ist ein Zwischenfall bei der deutschen Firma TeGenero im Jahr 2006, als sechs Männer mit Organversagen auf die Intensivstation gebracht werden mussten. Alle Versuchspersonen überlebten damals.