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Frankreich:Mysteriöser Tod einer französischen Familie

Drei Wochen lang galt eine sechsköpfige Familie aus dem westfranzösischen Nantes als vermisst - nun fand die Polizei im Garten ihres Hauses mehrere Leichen.

Schrecklicher Fund im Garten: Hinter einem Reihenhaus im französischen Nantes hat die Polizei mehrere Leichen entdeckt. Es spricht vieles dafür, dass es sich um Angehörige einer sechsköpfigen Familie handelt, die seit drei Wochen als vermisst gilt. Die Opfer wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft erschossen. Die Ermittler haben erste Hinweise darauf, dass unter den Ermordeten die Mutter und zwei Söhne der vermissten Familie sind. Bislang konnten fünf Leichen geborgen werden.

Französische Polizisten inspizieren den Tatort. Einer von ihnen trägt eine Akte mit den Bildern der Vermissten unter dem Arm.

(Foto: AP)

Nachbarn hatten die Polizei auf das rätselhafte Verschwinden der Familie aufmerksam gemacht. Im Fernsehen erklärte einer von ihnen, der überquellende Briefkasten habe ihn zunächst nicht erstaunt. "Doch als Freunde der Kinder kamen und wissen wollten, was los war, wurde ich stutzig", sagte der bärtige Mittfünfziger vor der Kamera.

Auch dass keines der Familienmitglieder mehr auf Handy-Anrufe reagierte, hatte Freunde und Bekannte unruhig werden lassen. Die Polizei berichtete zudem, dass es seit Anfang April keine Bewegungen auf dem Familienkonto mehr gab.

Spuren einer Auseinandersetzung konnten die Ermittler im Haus nicht finden. Im Gegenteil: Das Heim der Familie wirkte merkwürdig aufgeräumt. Bettlaken waren abgezogen, Schränke ausgeräumt.

Welche Rolle der Vater der Familie in dem Fall spielt, ist noch unklar. Gegenüber Bekannten hatte er kurz vor seinem Verschwinden erklärt, er sei US-Geheimagent und müsse im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms abtauchen. Anderen Freunden erzähle er, er werde beruflich nach Australien versetzt. Damit war in einem Schreiben an den Schuldirektor auch das Fehlen zweier seiner Kinder erklärt worden.

© sueddeutsche.de/dpa/fiem/olkl

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