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Frankreich:Frau verliert bei Unfall beide Arme - Ärzte nähen sie wieder an

  • Chirurgen gelang es, einer Französin beide Arme wieder anzunähen - sie kann sie sogar bewegen.
  • Sie war zwischen einen Bahnsteig und einen einfahrenden Zug gestürzt, wobei ihr die Arme abgerissen worden waren.
  • Geistesgegenwärtige Helfer hatten noch am Unfallort die Gliedmaßen steril und eisgekühlt eingepackt.

Einem französischen Operationsteam ist es gelungen, einer 30-jährigen Frau beide Arme wieder anzunähen, die sie bei einem Zugunglück verloren hatte.

Die Frau war am 14. August im Bahnhof von Chambéry, etwa 60 Kilometer von Grenoble entfernt, auf die Gleise gefallen, als der Zug losfuhr, in den sie einsteigen wollte. Eingequetscht zwischen Zug und Bahnsteig wurden ihr beide Arme abgerissen.

Geistesgegenwärtige Helfer packten die Gliedmaßen in eisgekühltes, steriles Material und brachten die Patientin mitsamt der Gliedmaßen schnell in die Klinik. Etwa zwei Stunden nach dem Unfall erfolgte die Operation, bei der zwei Teams in jeweils vier Stunden je einen Arm annähten.

Zwei Jahre Physiotherapie - und bleibende Schäden

Dem Chirurgen Bouyer zufolge geht es der zunächst stark traumatisierten Patientin mittlerweile besser. Nach ihrer Genesung werde eine eineinhalb bis zwei Jahre andauernde Physiotherapie nötig sein, damit die Frau ihre Gliedmaßen bewegen können wird.

Die Muskeln der Frau können allerdings nicht vollständig reaktiviert werden, teilte der Chirurg Michael Bouyer von der Universitätsklinik Grenoble mit. Einige Bewegungen, insbesondere der Hände, blieben deshalb schwierig. Doch es werde besser sein als mit einer Prothese.

Die weltweit erste Transplantation von zwei vollständigen Armen war 2008 am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität (TU) München gelungen. Der Patient war ein 54-jähriger Landwirt, dem sechs Jahre zuvor bei einem Arbeitsunfall beide Arme abgerissen worden waren. Später glückten ähnliche Operationen auch in China und in Indien.

© sz.de/afp/vwu/ees
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