bedeckt München
vgwortpixel

Frankreich:Arzneimitteltest mit tödlichem Ausgang

Ein Toter, drei Patienten mit wohl bleibenden Schäden und ein Schwerkranker: Das Fazit eines Medikamententests im französischen Rennes ist fatal. Die Firma betont, dass alle Vorschriften eingehalten worden seien.

Ein Toter, drei Patienten mit wahrscheinlich bleibenden Schäden und ein Schwerkranker: So lautet das bisherige Fazit des katastrophalen Medikamententests, den eine Firma im französischen Rennes vorgenommen hat. Bei einem Probanden, dessen Hirntod bereits am Freitag bekannt wurde, sei die Beatmung nunmehr eingestellt worden, teilte die Universitätsklinik in Rennes am Sonntag mit. Dort wurden am Wochenende alle sechs Personen zwischen 28 und 49 Jahren behandelt, die als gesunde Freiwillige an dem Arzneimitteltest teilgenommen hatten. Nur bei einer der sechs Testpersonen war bis zum Sonntag keine Schädigung erkennbar. Die vier noch lebenden Patienten hatten im Verlauf des Tests Hirnblutungen erlitten - drei von ihnen in so starkem Ausmaß, dass Ärzte von bleibenden Hirnschäden ausgehen.

Die französische Regierung stufte das Unglück als das schlimmste seiner Art in Frankreich ein. Man bemühe sich um baldige Aufklärung, versicherten die Behörden. Die Gründe für den fatalen Ausgang des Experiments seien unklar. Es sei möglich, dass das Testmedikament die Hirnblutungen direkt ausgelöst habe. Womöglich seien diese aber auch die Folge einer überschießenden Immunreaktion auf das Medikament. Die erprobte Arznei sollte gegen neurodegenerative Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit helfen. Am Samstag hatte die Polizei bereits das Labor der Test-Firma Biotrial durchsucht. Diese bezeichnete den Ausgang ihres Versuchs als "unvorhersehbar und unerklärlich" und betonte, der Test sei "in völliger Übereinstimmung mit den Bestimmungen" erfolgt. Insgesamt haben bereits 90 Menschen den Wirkstoff des portugiesischen Herstellers Bial bekommen. Die sechs aktuellen Patienten waren aber die ersten, die mehrere Dosen erhielten.