Frankfurt am Main Ironman-Teilnehmer stirbt - vermutlich an Salzmangel

Tödlicher Natriummangel: ein Brite ist drei Tage nach seiner Teilnahme am Ironman-Wettkampf in Frankfurt gestorben.

(Foto: Getty Images for Ironman)
  • Ein 30-jähriger Brite, der am Sonntag beim Ironman in Frankfurt hinter der Ziellinie zusammengebrochen war, ist gestorben.
  • Die Todesursache ist vermutlich eine Hirnschwellung in Folge von Natriummangel im Blut; der Mann soll nur mineralarmes Leitungswasser getrunken haben.
  • Die Leiche des Mannes wird obduziert.

Sportler gestorben

Zwei Tage nach seiner Teilnahme an der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt am Main ist ein 30-jähriger Brite vermutlich an einem Hirnödem gestorben. Der Mann habe am Sonntagabend nach Erreichen der Ziellinie das Bewusstsein verloren, sagte Leo Latasch, der Ärztliche Rettungsdienstleiter beim Frankfurter Gesundheitsamt auf Anfrage. "Die Hirnschwellung war so fulminant, dass wir sie leider nicht beherrschen konnten."

Die mutmaßliche Todesursache

Auslöser der Schwellung sei mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" Salzmangel im Blut des Sportlers gewesen. Nach Angaben von Latasch stellten die Sanitäter sofort nach dem Zusammenbruch des Mannes in dessen Blut Natriummangel fest. Er habe beatmet und ins künstliche Koma versetzt werden müssen, sei aber am Mittwoch in der Uniklinik Frankfurt gestorben. Es sei eine Obduktion angeordnet worden.

Wie Natriummangel entsteht

Bei intensiver Leistung können Athleten mehr als einen Liter Schweiß pro Stunde verlieren und damit auch viele Mineralstoffe. Diese Salze müssen durch isotone Getränke, Salzstangen oder Ähnliches ersetzt werden. Ansonsten kann es zur Störung des Elektrolythaushalts - einer so genannten Wasservergiftung - kommen. Bei dieser kann nicht die Wassermenge, sondern vielmehr der Salzmangel tödliche Folgen haben.

Die Rolle der Veranstalter

Den Veranstaltern sei aus seiner Sicht kein Vorwurf zu machen, sagte Latasch. Isotonische Getränke und Salzlutscher hätten an vielen Stationen kostenlos zur Verfügung gestanden. Auch hätten die Sportler ein Dokument mit Warnungen und Anweisungen unterschreiben müssen, an die sie am Wettbewerbstag wegen der Hitze auch mündlich besonders eindringlich erinnert worden seien. Da der Brite nach 19 Uhr über die Ziellinie lief, sei er vermutlich Amateursportler gewesen, so Latasch.

Die Temperaturen in Frankfurt kletterten am Sonntag auf bis zu 39 Grad. 350 der etwa 2500 Teilnehmer mussten ärztlich behandelt werden, von ihnen acht auf der Intensivstation.