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Fragwürdige Schönheits-OP:Alias Alba

Die Liebe verändert einen Menschen: Um ihren Ex-Freund zurückzugewinnen, will sich eine Chinesin unters Messer legen. Ihr Wunsch an die Ärzte: aussehen wie Jessica Alba.

Mit ihren Fotos tapezierte er die Wohnung, sie lächelte ihm auf dem Handy entgegen - das Abbild seiner Traumfrau Jessica Alba war allgegenwärtig. Doch weil die schauspielernde Schönheit unerreichbar schien, schuf er sich eine Kopie: Die Freundin eines jungen Chinesen musste sich nach genauen Vorgaben schminken und eine blonde Perücke aufsetzen, um der von ihm verehrten Jessica Alba möglichst ähnlich zu sein.

Eine 21-jährige Chinesin will ihren Exfreund, einen Verehrer von Jessica Alba, wiedergewinnen. Chirurgen sollen sie dazu in eine Kopie der Hollywood-Schönheit verwandeln.

(Foto: Foto: Reuters)

Weil die 21-jährige Xiaoqing in ihrem befremdlichen Aufzug schnell zum Gespött der Mitmenschen wurde, warf sie Perücke und die falschen Wimpern jedoch alsbald in den Müll. Das wollte wiederum ihr in Richtung Hollywood himmelnder Partner nicht hinnehmen - und trennte sich.

Man sollte meinen, Xiaoqing sei froh über die Trennung vom fanatischen Freund. Doch weit gefehlt: Die junge Chinesin will ihn zurückzugewinnen und greift dafür zum Äußersten. Sie hat Schönheitschirurgen beauftragt, sie in ein detailgetreues Abbild von Jessica Alba zu verwandeln. "Ich habe mich entschieden", sagte die Frau der Zeitung Shanghai Daily. "Ich liebe ihn sehr. Deswegen folge ich seiner Meinung. Ich möchte ihn nicht verlieren."

"Will zu einer starken Persönlichkeit werden"

Nicht allein ihr Standpunkt ist bedenklich, sondern auch der ihrer Mediziner: Denn die Schönheitschirurgen gaben die Einwilligung und wollen die Eingriffe gar zum Nulltarif vornehmen.

Die "Änderungen" sind bereits en détail geplant: Die Chirurgen wollen Xiaoqings Augenbrauen anheben, die Augenform verändern und die Nase operieren. "Geld ist nicht wichtig und technisch ist es machbar", sagte Liu Qi, Vertreter der Schönheitsklinik in Shanghai, in der die Verwandlung stattfinden soll.

Bei aller chirurgischen Finesse muss Xiaoqing darauf hoffen, dass ihrem Exfreund das Ergebnis gefallen wird. Denn ein Zurück gibt es nicht: "Die Gesichtsoperation wäre unumkehrbar, also hoffen wir, dass sie es ernst meint", sagte Klinik-Sprecher Liu.

Doch Xiaoqing kennt keine Zweifel und ist felsenfest von Ihrer Entscheidung sich unters Messer zu legen überzeugt: "Ich tu das nicht nur für meinen Ex-Freund, sondern auch für mich. Ich bin ein seelisch schwacher Mensch, ich möchte etwas wirklich Herausforderndes tun und dadurch zu einer starken Persönlichkeit werden."

© sueddeutsche.de/AFP/kred/jobr
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