Fragen und Antworten zum Dioxin-Skandal Was darf in Futtermitteln drin sein?

Mischfutter besteht aus zehn bis 30 Komponenten. Sie werden lose beim Hersteller angeliefert und dann vermahlen. Der Anteil der vier Hauptbestandteile dieses Kraftfutters - Getreide, Eiweiße, Mineralien/Vitamine sowie Fette - unterscheidet sich je nach Tierart. Getreide hat mit 60 bis 70 Prozent den höchsten Anteil und wird meist aus der Region bezogen, um die Transportkosten gering zu halten.Haupteiweißträger ist Sojaschrot, das über Importeure in Nord- und Südamerika gekauft und per Schiff geliefert wird. Eiweiß liefert auch Rapsschrot von hiesigen Märkten. Mineralstoffe und Vitamine beziehen Hersteller von Mineralfutterfirmen als Mischungen. "Die enthalten Kalk, Salze und viele Vitamine, je nach Tierart in verschiedener Zusammenstellung'', sagt Produzent Knut Fehse. Zusätzliche Energieträger sind pflanzliche Fette wie Soja- oder Sonnenblumenöl sowie besagte Mischfette. Tierische Zutaten wurden nach Aufkommen des ersten BSE-Falls in Deutschland vor zehn Jahren verboten. Die einzige, mit Auflagen verbundene Ausnahme ist Fischmehl.Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt seit Dienstag gezielt gegen die schleswig-holsteinische Firma Harles & Jentzsch wegen Verstoßes gegen das Futtermittelgesetz. Deren Geschäftsführer Siegfried Sievert sagte dem Westfalen-Blatt: "Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung (...) von Biodiesel anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist." Harles & Jentzsch erwarb solche Fette wohl über längere Zeit von einem holländischen Händler, der das kontaminierte Material wiederum von der Petrotec AG bezogen hat. Dieses Unternehmen aus Borken produziert in seinem Werk in Emden Biodiesel-Kraftstoff aus altem Speisefett. Die Firma teilte am Dienstag aber mit, dass die gelieferte Mischfettsäure ausdrücklich nur für die technische Verwendung bestimmt gewesen sei, nicht für die Lebensmittelindustrie. Das sei vertraglich geregelt gewesen.