Fragen und Antworten zum Dioxin-Skandal Warum ist Dioxin schädlich?

Es gibt etwa 200 chemische Verbindungen, die man unter dem Begriff Dioxin zusammenfasst. Alle bestehen aus den chemischen Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Chlor. Dioxine werden nicht hergestellt, sondern entstehen unter bestimmten Bedingungen als Nebenprodukt bei vielen Verbrennungsvorgängen. Ihr chemischer Aufbau unterscheidet sich geringfügig; in der Giftigkeit gibt es hingegen große Unterschiede.Am gefährlichsten ist eine Substanz namens TCDD, die 1976 bei einem Chemieunfall im italienischen Seveso frei wurde und seither unter dem Namen "Seveso-Gift" bekannt ist. Es ist krebserregend und hemmt wichtige Vorgänge in den Zellen. Über den Typ im aktuellen Skandal ist nichts bekannt.Wie das Dioxin im aktuellen Skandal in das Futter gelangen konnte, ist noch unklar. Dioxine entstehen erst bei einer Temperatur ab 300 Grad. Die meisten Verfahren zur Produktion von Biodiesel benötigen weniger als 100 Grad. In der Vergangenheit gab es immer neue Wege, wie Dioxin Tierfutter verseucht hat. Einmal entstand das Gift bei Verbrennungsvorgängen in einer Maschine, die Gras trocknen sollte. Ein anderes Mal enthielt das Futter sogenannte Tonerden, die aufgrund eines früheren Vulkanausbruchs mit Dioxin verseucht waren.Außer über das Futter nehmen Tiere das Gift auch über den Boden auf; Helmut Schafft, Leiter der Abteilung Futtermittelsicherheit des Bundesinstituts für Risikobewertung (RKI), spricht von einer "unvermeidbaren Belastung". Dioxin aus Chemie- und Verbrennungsabfällen bleibt jahrelang im Boden. Die Tiere lagern das aufgenommene Gift im Körper ein. Eine Henne etwa baut bis zu 0,5 Prozent des Dioxins, das sie aufnimmt, innerhalb kurzer Zeit in den Eidotter ein.