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Fotoserie über Nonnen:Gottes Rentnerinnen

Seit es immer weniger Nonnen gibt, müssen viele länger arbeiten. Fotografin Laura Husar Garcia hat ihr Leben danach dokumentiert: Nonnen im Ruhestand.

Von Sophie Burfeind

8 Bilder

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Quelle: Laura Husar Garcia

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"Nonnen haben mich schon immer fasziniert", sagt die Fotografin Laura Husar Garcia. "Ich hatte oft Nonnen als Lehrerinnen in der Schule, dieses Projekt ist eine Hommage an sie." Die ersten Bilder von Nonnen im Ruhestand habe sie gemacht, als sie in Santa Fe, New Mexico, Ecuador und Mexiko arbeitete. Das war vor mehr als 15 Jahren.

Als sie in ihre Heimatstadt Chicago zurückkehrte, fotografierte sie für die Chicago Tribune. Dabei lernte sie die polnische Fotografin Iwona Biedermann kennen, die sich auch für Nonnen interessierte. Die Frauen beschlossen, eine Ausstellung zu machen.

Ein Jahr lang besuchten sie die Schwestern in Rente in der Gegend um Chicago. "Die Kloster, in denen wir waren, hatten eigene Bereiche für Nonnen im Ruhestand", sagt Husar Garcia. "Wenn eine Schwester mit ihrem Job aufhört, zieht sie in diesen Bereich."

Ihre Fotos zeigen, dass die Nonnen, auch wenn sie nicht mehr arbeiten, aktiv bleiben - sie beten, kochen und waschen. Manche machen Sportübungen. Eines aber ende für sie nie, sagt die Fotografin: "Nonnen hören niemals auf, Nonnen zu sein."

Im Jahr 2002 war die Ausstellung "Beyond the Veil" im "Polish Museum of America" in Chicago zu sehen. Nun hat Laura Husar Garcia angekündigt, das Projekt fortzusetzen.

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Quelle: Laura Husar Garcia

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Im Laufe der Jahre habe sie vor allem gelernt, dass Nonnen nicht anders als andere Frauen seien, sagt Laura Husar Garcia: "Sie haben dieselben Gefühle, denselben Humor, dieselben Bedürfnisse." Diese Schwester verkleidet sich gerade für eine Halloween-Party.

Die Zeit mit ihnen sei eine große Bereicherung gewesen. "Es hat mich berührt, zu sehen, wie reich und erfüllt ihr Leben ist, weil sie einen so starken Sinn für Gemeinschaft haben. Sie sind nie allein. Ich glaube, viele von uns verstehen nicht, wie viel wir Menschen in Wirklichkeit gemeinsam haben."

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Quelle: Laura Husar Garcia

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Es ist eines der ersten Dinge, die eine Nonne am Morgen tut, ein Leben lang: Sie wirft sich ihren Schleier über. Er ist das sichtbare Zeichen ihres Glaubens. "Diese Aufnahme ist mein Lieblingsbild", sagt Laura Husar Garcia. "Ich bin dankbar, dass ich diesen Moment festhalten konnte - die Schönheit des alltäglichen Lebens."

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Quelle: Laura Husar Garcia

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Auch im Ruhestand dienen Nonnen ihrem Herrn durch regelmäßige Gebete. "Die Schwestern hören nie auf, für die zu beten, die in Not sind", sagt die Fotografin.

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Quelle: Laura Husar Garcia

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Seit den Sechzigerjahren ist die Zahl von Nonnen in den USA extrem zurückgegangen. Als Frauen begannen, selbstbestimmer zu leben, schien ihnen ein Leben im Kloster immer unattraktiver. "1965 gab es an die 180 000 Nonnen in den Vereinigten Staaten, jetzt sind es weniger als 50 000", so Laura Husar Garcia.

Deshalb müssen die verbliebenen Nonnen immer mehr und immer länger arbeiten, erklärt sie. "Die Frauen in den Klöstern, die wir getroffen haben, waren durchschnittlich 81 Jahre alt."

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Quelle: Laura Husar Garcia

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Dieses Bild trägt den Titel "The Thankful Receiver": Die Nonne beugt ihren Kopf und dankt Gott für die Mahlzeit, bevor sie zu Messer und Gabel greift. "Für viele Schwestern ist das Ziel, auch im Gewöhnlichen das Heilige zu erkennen", sagt Laura Husar Garcia.

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Quelle: Laura Husar Garcia

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Die Fotografin hat die Nonnen in letzter Zeit wieder besucht. Diese Schwester habe gern Geschichten aus ihrem Leben erzählt, sagt sie. Auf dem Foto posiert die alte Frau für ein Porträt in ihrem Zimmer.

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Quelle: Laura Husar Garcia

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"Til We Meet Again" - "Bis wir uns wieder sehen", heißt dieses Foto. Eine Schwester küsst eine Nonne, die einmal ihre Lehrerin war. "Viele Frauen, die sich für ein Leben als Nonne entschieden, wurden dazu von ehemaligen Lehrerinnen inspiriert", sagt Laura Husar Garcia.

© SZ.de/doer/rus
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