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Fotos von "Lost Places":Mit Smartphone und Instagram-Filter gelingt ein annehmbares Foto

"Früher brauchte man eine sehr gute Kamera und das Know-how eines Profis, um in einem schummrigen, halb verfallenen Gebäude ein gutes Foto zu machen", sagt Fotograf Stefan Hefele. Heute kriegt man mit einem handelsüblichen Smartphone und dem entsprechendem Instagram-Filter selbst im Halbdunkel ein annehmbares Foto hin. Die spektakulärsten Motive in verlassenen Gebäuden müssen nicht lange gesucht werden, auf den entsprechenden Webseiten findet man sie nach Ländern, Kategorien und Themen geordnet.

Wem das immer noch zu abenteuerlich ist, der kann eine Lost-Places-Tour buchen, etwa zum Gefängnis Köpenick, einer Offiziersvilla in Wünsdorf, oder, besonders gruselig, eine zweitägige Foto-Expedition in die gesperrte Zone von Tschernobyl (ab 479 Euro, deutsche Reiseleitung inklusive).

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Tierfotografie

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Solche Rundumsorglospakete befreien den Schaulustigen von der Angst, illegal vorzugehen, denn das Betreten einer gesperrten Ruine gilt als Hausfriedensbruch und ist strafbar. Besonders in und um Berlin herum hält der Anbieter Go2know, ein Spezialist für Lost Places und geheime Orte, jede Menge halbgeheime Orte parat, auch für kommerzielle Mode- und Beauty-Aufnahmen. Vom stillgelegten Freizeitpark über ehemalige Krankenhäuser bis zu alten Fabriken steht alles zur Verfügung, was das Fotografenherz begehrt.

Die ehemaligen Lungenheilstätten in Beelitz, südlich von Berlin, sind besonders beliebt. Kaum ein Lost-Places-Fan lässt diesen Ort aus, jedes Detail ist komplett abfotografiert. Trotzdem soll jede Aufnahme möglichst so aussehen, als habe der Fotograf das Objekt gerade erst entdeckt.

Dass Stefan Hefele in abgelegenen Bergregionen verlassene Orte entdeckte, ist an sich gar nicht so überraschend. Viele halten die Alpen für einen weitgehend unberührten Naturraum, dabei werden die Berge im Herzen Europas seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt und genutzt. Im Laufe der Jahrtausende haben Bauern, Händler, Soldaten und Touristen ihre Spuren hinterlassen, Ruinen aus verschiedenen Epochen sieht man teilweise direkt an den Hauptverkehrswegen.

Auch Christian Süllhöfer findet verlassene, zugewachsene Orte oft mitten im Ruhrgebiet, in Industrieregionen oder manchmal gleich neben einer Autobahn. Es ist dieser Dornröschen-Effekt, der ihn an den Moder-Motiven fasziniert: "Ich finde es schön zu sehen, wie sich die Natur Gebäude zurückholt, wenn zum Beispiel aus einer Mauer ein Baum herauswächst." Es hat auch etwas Tröstliches: Verschwindet der Mensch, siegt die Natur und holt sich zurück, was ihr einst gehörte.

Geisterhäuser - Verlassene Orte in den Alpen. Stefan Hefele, Eugen E. Hüsler. Bruckmann Verlag, 240 Seiten, 49,99 Euro.

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