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Folgen des Wirbelsturms Haiyan:Leben in Trümmern

Philippinen Taifun Haiyan Tacloban

Leben in Trümmern: Noch immer ist in Tacloban alles zerstört.

(Foto: AFP)

Zwei Wochen nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen gibt es immer noch Orte, in denen bisher keine Unterstützung angekommen ist. Dabei tun die vielen Helfer, was sie nur können.

Wer durch Leyte reist, sieht seltsame Gebilde überall. Blitzendes Wellblech, abenteuerlich verbogen vom Taifun. Manche Stücke sehen so bizarr aus, dass sie bestens in eine Kunstgalerie passen würden. Wer allerdings mit Notärzten spricht, sieht die Teile in anderem Licht.

Denn tatsächlich werden die Bleche bei Windgeschwindigkeiten von 200 bis 300 Stundenkilometern zu Killern. Der Sturm hat sie überall von den Häusern gerissen und wie scharfe Waffen durch die Luft gewirbelt. Wehe dem, der nicht mehr rechtzeitig in Deckung gehen konnte.

Nach Taifun "Haiyan"

Leben mit der Zerstörung

Der Arzt Tankred Stöbe hat gerade eine Frau mit einer tiefen Schnittwunde in der Hüfte behandelt. Sie hat das Blech überlebt. Er berichtet davon am Telefon, als die Nacht schon über Leyte hereingebrochen ist. Mit einem mobilen Ärzteteam fährt er tagsüber von der Hafenstadt Ormoc hinaus, jedes Mal in eine andere Ortschaft.

Ärzte werden überall gebraucht

"Wohin wir bei unseren Fahrten auch kommen, wir hören stets, dass noch kein einziger Arzt da gewesen ist," sagt Stöbe. Und er spricht nicht einmal von besonders abgelegenen Bergdörfern oder den Orten an fernen Stränden, die alle von der Flut weggespült wurden. Das gibt eine Vorstellung davon, wie viel Hilfe noch nötig ist in den Gebieten, die der Taifun verwüstet hat.

Stöbe ist Vorsitzender von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland und in Zeiten wie diesen auch selbst in Krisengebieten unterwegs. Fast zweihundert Mitarbeiter hat die Nothilfeorganisation von ihren verschiedenen nationalen Büros in die vom Sturm betroffenen Gebiete entsandt. Ihr Ziel ist es, auch in die entlegenen Ortschaften vorzustoßen, wo derzeit vor allem die Amerikaner mit Hubschraubern hinfliegen. Stöbe listete Ende der Woche noch immer acht Orte auf, in die bislang gar keine Hilfe gelangt war.

Die UN-Chefin für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, beendete in dieser Woche ihre Reise durchs Katastrophengebiet, und nach anfänglichem Entsetzen über die allgemeine Lähmung der Hilfe schien sie nun doch zufriedener zu sein: "Jetzt, da die Hilfe fließt, kommen die Menschen wieder auf die Füße." Aber auch sie erwähnt Orte wie Guiuan, wo noch fast keine Lieferung angekommen ist.