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Folgen des Madoff-Skandals:Manager tot im Pool entdeckt

Ein Freund des verurteilten US-Betruger Bernard Madoff ist tot aufgefunden worden. Der 67-jährige Jeffry Picower leitete einer der führenden Stiftungen der USA - er soll vom Betrugssystem profitiert haben.

Jeffrey Picower war ein Freund und enger Geschäftspartner des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff. Am Sonntag wurde der 67-Jährige tot in seinem Pool vorgefunden. Nach Polizeiangaben hatte seine Frau in auf dem Boden seines Schwimmbeckens in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida entdeckt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Dabei handele es sich um das übliche Vorgehen bei Tod durch Ertrinken, hieß es. Anzeichen für äußerliche Verletzungen wurden den Angaben zufolge nicht festgestellt.

Ein Einsatzfahrzeug vor der Picower-Villa am Sonntag: Der bekannte Manager wurde tot aufgefunden.

(Foto: Foto: AP)

Der Anwalt und Buchhalter leitete gemeinsam mit seiner Frau Barbara die nach ihnen benannte Picower-Stiftung, eine der führenden gemeinnützigen Stiftungen der USA. Sie unterstützte Einrichtungen wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Human Rights First und die Öffentliche Bibliothek von New York mit Millionenbeträgen. Zuwendungen erhielt auch die Diabetes-Forschung der Universität Harvard. Das Vermögen der Stiftung wurde von Madoff verwaltet. Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Schneeballsystems tausende Anleger um Milliarden Dollar geprellt. Ende Juni wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt.

Picower wurde von geschädigten Investoren vorgeworfen, von dem betrügerischen Schneeballsystem Madoffs gewusst und in einer Größenordnung von mehr als sieben Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) profitiert zu haben.

Zu einem Prozess ist es bislang nicht gekommen, Picower hatte die Einstellung des Verfahrens beantragt. Wie allerdings aus Gerichtsdokumenten hervorging, hatte Picower von dem betrügerischen Schneeballsystem seines langjährigen Freundes Madoff profitiert. Der staatlich bestellte Madoff-Konkursverwalter forderte ihn auf, 6,7 Millionen Dollar (rund zehn Millionen Euro) aus den Madoff-Betrügereien teilweise zurückzuzahlen.

Nach dem Madoff-Skandal kündigte die Stiftung im Dezember an, sie werde ihre Arbeit einstellen müssen. Ein Anwalt der Familie erklärte, Picower habe an Parkinson gelitten und sei herzkrank gewesen. Picower sei bei schlechter Gesundheit gewesen, sagte Anwalt William Zabel.

Madoff, Zumwinkel & Co.

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