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Luftfahrt:Verwirrung um Flugzeugabsturz in Afghanistan

Das Unglück soll sich südwestlich der Hauptstadt Kabul ereignet haben. Die Lage ist noch unklar. Das US-Militär hat Ermittlungen eingeleitet. Die Maschine könnte zur Überwachung eingesetzt worden sein.

Im Südosten Afghanistans sei ein Passagierflugzeug abgestürzt, meldeten Nachrichtenagenturen am Montag zunächst. Das bestätigten der Provinzrat Khalik Dad Akbari und der Gouverneur der Provinz Ghazni, Wahidullah Kalimzoi. Demnach stürzte der Flieger kurz nach 13 Uhr Ortszeit im Bezirk Deh Jak in der Provinz Ghazni südwestlich der Hauptstadt Kabul ab. Man befürchte viele Tote.

Vier Stunden später sagte Präsidentensprecher Sediq Sediqqi der Süddeutschen Zeitung: "Alle Regierungseinheiten arbeiten daran, die richtigen Informationen über den Absturz zu sammeln." Diese würden veröffentlicht, sobald sie vorlägen. Auf die Nachfrage, ob es demnach bislang noch keine gesicherten Fakten zu dem Absturz gebe, sagte Sediqqi: "Ja, keine."

Das US-Militär hat nach dem Absturz eines Flugzeugs über Taliban-Gebiet in Afghanistan Ermittlungen eingeleitet. Unklar bleibe, wem der Flieger gehöre, teilte das US-Zentralkommando mit. In Netzwerken veröffentlichte Bilder mutmaßlich von der Absturzstelle zeigten Teile, die zu einer Bombardier E-11A gehören könnten - die Maschinen werden vom US-Militär zur elektronischen Überwachung über Afghanistan eingesetzt.

Krankenwagen seien auf dem Weg zur Absturzstelle, hatten Behörden aus der Provinz zuvor gemeldet. Allerdings seien diese wegen des schlechten Zustands der Straßen noch nicht angekommen. Laut Akbari wird das Gebiet von den militant-islamistischen Taliban kontrolliert. Der gut vernetzte Journalist Bilal Sarwari hatte auf Twitter geschrieben, Taliban-Kämpfer seien an der Absturzstelle und versuchten, das Feuer zu löschen. Er bezog sich auf Angaben von zwei Stammesältesten aus der Region.

Lokale Medien hatten berichtet, es handele sich um ein Flugzeug der staatlichen Fluglinie Ariana Afghan Airlines. Diese hatte allerdingsumgehend dementiert. Alle Maschinen der Airline seien unversehrt, schrieb das Unternehmen bei Facebook.

Gouverneur Kalimzoi bestreitet, dass das Flugzeug zu einer inländischen Fluggesellschaft gehöre, sondern möglicherweise zu einer ausländischen. Das Flugzeug sei komplett ausgebrannt und daher schwer zu identifizieren. Anwohner hätten an der Unglücksstelle die Leiche des Piloten geborgen, der wohl Ausländer sei.

© SZ.de/Reuters/jael/lot
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