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Flugverkehr:United Airlines verweigert Paar den Flug zu eigener Hochzeit

  • Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat abermals unliebsame Passagiere aus einer Maschine abführen lassen.
  • Ein Brautpaar auf dem Weg zu seiner Hochzeit habe seine Plätze nicht eingenommen, sagte eine Sprecherin.
  • Bereits vor einer Woche war ein 69-Jähriger bei United Airlines gewaltsam aus einem Flugzeug entfernt worden.

Es läuft gerade nicht gut für United Airlines. Die US-amerikanische Fluggesellschaft hat in puncto Kundenservice keinen besonders guten Ruf, erst kürzlich wurde ein Passagier in Chicago nach einem Streit um einen Sitzplatz gewaltsam aus einer Maschine entfernt. Jetzt sah sich Oscar Munoz, der Airline-Vorstandschef, genötigt, bei der Präsentation der Unternehmenszahlen Besserung zu geloben.

"Wir sind fester entschlossen denn je, den Kunden ins Zentrum all unserer Aktivitäten zu stellen", sagte Munoz. Der "Zwischenfall" in der United-Maschine sei eine "demütigende Erfahrung" gewesen, er übernehme die volle Verantwortung. Einen Rücktritt schloss er aber aus.

Sicherheitskräfte führten das Paar aus der Maschine

Doch nun gibt es wieder einen Vorfall: Wie mehrere US-Medien berichten, wurde ein Brautpaar, das sich auf dem Weg zur eigenen Hochzeit befand, von der Crew aus dem Flugzeug verwiesen.

Das Paar war auf dem Weg von Salt Lake City im Bundesstaat Utah nach Costa Rica, kam jedoch nur bis nach Houston in Texas: Ihren Anschlussflug am George Bush Intercontinental Airport durften sie nicht wahrnehmen.

Eine Sprecherin von United Airlines sagte, dass die Passagiere "wiederholt versucht" hätten, in einer besseren Sitzkategorie Platz zu nehmen. Den Anweisungen der Crew, wieder ihre angestammten Plätze einzunehmen, hätten sie sich widersetzt.

Das Brautpaar stellt die Situation dagegen völlig anders dar: Sie hätten sich auf zwei freie Plätze gesetzt, weil auf ihren ursprünglichen Plätzen ein anderer Passagier geschlafen habe. Als das Personal sie gebeten habe, zurück zu ihren Plätzen zu gehen, hätten sie sich dazu bereiterklärt.

"Das haben wir getan - höflich, ruhig und ohne jeden Vorfall", wird der Bräutigam von der Washington Post zitiert. Doch bereits kurz danach seien Sicherheitskräfte in die Maschine gekommen und hätten sie abgeführt. Sie hätten sich am Gate nach dem Grund erkundigt und dort zu hören bekommen, sie hätten auf den falschen Plätzen gesessen und seien Störenfriede gewesen.

Ein 69-jähriger Passagier blutete nach seinem Rauswurf

Vor gut einer Woche hatte sich ein 69-jähriger Passagier geweigert, seinen Sitzplatz für ein Crewmitglied, das sich außer Dienst befand, freizugeben. Daraufhin wurde er von Polizeibeamten in Chicago gewaltsam herausgeschleift, nach Angaben seiner Anwälte wurde ihm unter anderem das Nasenbein gebrochen.

Der Image-Schaden für United Airlines ist immens. In einer Online-Umfrage sagte eine Mehrheit der Befragten, sie würden lieber mit einer anderen Gesellschaft als United von New York nach Chicago fliegen, der wichtigsten Route der Airline in den USA.

© SZ.de/olkl/ees

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