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Flughafen:Mutter berichtet von erniedrigender Sicherheitskontrolle in Frankfurt

  • Eine Milchpumpe im Handgepäck einer 33-jährigen Frau auf dem Weg nach Paris machte die Polizei beim Sicherheitscheck am Frankfurter Flughafen misstrauisch.
  • Die Frau aus Singapur musste offenbar beweisen, dass sie stillt.
  • Die Bundespolizei will den Fall "aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bestätigen".

Eine erniedrigende Sicherheitskontrolle musste offenbar eine Frau aus Singapur am vergangenen Donnerstag am Flughafen Frankfurt über sich ergehen lassen. Gayathiri Bose wollte nach Paris fliegen, als die Polizei bei der Sicherheitskontrolle misstrauisch wurde, weil sie eine Milchpumpe im Handgepäck, aber kein Baby dabeigehabt habe. Der sieben Monate alte Säugling sei demnach zu Hause in Singapur gewesen. Das berichtet die BBC.

Dem Bericht zufolge sei der Managerin eines Verkehrsunternehmens der Pass abgenommen und sie in einen Raum geführt worden. Dort wurde sie von einer Polizeibeamtin durchsucht. "Sie hat mich aufgefordert, meine Bluse zu öffnen und ihr meine Brust zu zeigen", sagt Bose in dem BBC-Bericht. "Dann forderte sie mich auf, etwas Milch auszudrücken." Sie sei schockiert gewesen, erzählt die 33-jährige Mutter. Erst als sie den Raum wieder verlassen durfte, habe sie verstanden, was gerade passiert sei. "Ich musste weinen, ich war völlig fassungslos."

Nach dem 45-minütigen Zwischenfall hätten die Beamte die Milchpumpe untersucht und ihr den Pass zurückgegeben. Dann erst hätte sie in die Maschine nach Paris steigen können.

"Solche Untersuchungen gehören nicht zu Maßnahmen eines Bundespolizisten"

Die Bundespolizei, die für die Sicherheitskontrollen am Flughafen Frankfurt zuständig ist, will den Fall "aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bestätigen", sagte Bundespolizeisprecher Christian Altenhofen. "Aber solche Untersuchungen gehören eindeutig nicht zu den Maßnahmen eines Bundespolizisten." Im Fall eines Sprengstoffverdachts würden die Person und deren Gepäck durchsucht, "aber nur oberflächlich".

Gayathiri Bose beschreibt das Erlebnis als "sehr traumatisierend". Sie habe sich bei der Polizistin beschwert. Diese habe aber gleichgültig reagiert. "Einerseits sehe ich Sicherheitskontrollen als notwendig an, ich finde es aber empörend, wenn dabei eine Grenze überschritten wird." Sie prüfe nun rechtliche Schritte. Ob dieser Fall intern untersucht werde, wollte der Sprecher der Bundespolizei nicht sagen.

© SZ.de/lot/afis/lalse
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