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Flug von Angela Merkel:Verteidigungsministerium widerspricht Bericht zu G-20-Flugzeugpanne

  • Es war ein schweres Problem, das den Airbus A340 mit der Kanzlerin an Bord Ende November zu einer Sicherheitslandung auf dem Flughafen Köln/Bonn zwang.
  • Nun hat das Verteidigungsministerium einem Bericht des Spiegel widersprochen, wonach ein Wartungsfehler der Lufthansa Technik für die Odyssee verantwortlich sei.

Es war ein schweres Problem, das den Airbus A340 mit der Kanzlerin an Bord Ende November zu einer Sicherheitslandung auf dem Flughafen Köln/Bonn zwang. Eine Verkettung mehrerer Fehler hatte zu einem Stromausfall geführt, so dass das komplette Funksystem lahmgelegt wurde. Außerdem konnte der Pilot durch den Defekt kein Kerosin in der Luft ablassen, um das Landegewicht zu verringern. Ärgerlich für Angela Merkel, denn eigentlich wollte sie mit der Konrad Adenauer - so der Name des Flugzeuges - über den Atlantik bis nach Argentinen zum G-20-Gipfel fliegen. Doch über den Niederlanden musste der Pilot umkehren.

Nun hat das Verteidigungsministerium einem Bericht widersprochen, wonach ein Wartungsfehler der Lufthansa für die Odyssee verantwortlich sei. "Maßgeblich für den Zwischenfall war ein Ausfall eines Bauteils, in der Folge auch der Funkgeräte. Dies liegt nicht an Lufthansa Technik", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das Flugzeug war immer in einem sicheren Zustand, und die Sicherheit an Bord war immer gewährleistet", betonte er.

Der Spiegel hatte am Donnerstag berichtet, die Panne sei maßgeblich auf einen Fehler der Lufthansa-Tochter zurückzuführen. Dies ergebe sich aus einem vertraulichen Untersuchungsbericht der Bundeswehr, meldete das Nachrichtenmagazin. Laut Bericht hatte es die Lufthansa-Tochter versäumt, die Flugbereitschaft der Bundeswehr über ein neu eingebautes, digitales Kommunikationssystem zu informieren. Als das System während des Flugs zum G-20-Gipfel ausfiel, verließ sich demnach die Crew der Regierungsmaschine auf eine falsche Notfall-Checkliste. Es sei ihr deshalb nicht gelungen, das Funksystem wieder hochzufahren.

Der Konzernsprecher von Lufthansa Technik, Jens Krüger, sagte am Donnerstag: "Die Lufthansa Technik hat zu jedem Zeitpunkt sämtliche luftrechtlichen Vorgaben eingehalten. Das gilt auch für den Umgang mit den Dokumentationspflichten."

Transformator und Relais sind inzwischen ausgetauscht, dennoch wird die Konrad Adenauer nach Angaben eines Bundeswehr-Sprechers wohl noch bis Ende Januar am Boden bleiben. Bis dahin steht eine turnusgemäße Wartung an. In der Zwischenzeit steht die Theodor Heuss zur Verfügung, eine baugleiche A340. Auch in diesem Flieger wurden Transformator und Relais sicherheitshalber ausgetauscht, damit nicht nochmal ein Regierungsmitglied umdrehen muss.

© SZ.de/olkl/gal/fzg
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