Flüchtlingskrise in der EU Barcelona zählt ertrunkene Flüchtlinge auf Anzeigetafel

3034 Menschen sind seit Beginn dieses Jahres im Mittelmeer ertrunken. Die Zahl ist deutlich höher als im ersten Halbjahr 2015.

(Foto: AFP)

3034 Menschen sind seit Beginn dieses Jahres im Mittelmeer ertrunken. Die Bürgermeisterin der Stadt spricht deshalb von einer "Anzeige der Schande".

3034 - das ist die Zahl von Menschen, die seit Beginn dieses Jahres im Mittelmeer ertrunken ist. Eine Zahl, die Europa beschämen sollte und die doch untergeht zwischen all den anderen Schreckensmeldungen von Krieg und Terror. Eben das will die spanische Küstenstadt Barcelona nun ändern - und hat deshalb eine digitale Anzeigetafel in Betrieb genommen, die die Ertrunkenen zählt.

Die Tafel sei eine "Anzeige der Schande", sagte Bürgermeisterin Ada Colau bei der Einweihung. Die 3034 Toten, die die Tafel derzeit anzeigt, hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag für die ersten sieben Monate dieses Jahres bekanntgegeben. Darunter steht auf Spanisch: "Das ist nicht bloß eine Zahl, das sind Menschen."

Mit 3034 liegt die Zahl der Todesopfer in diesem Jahr deutlich höher als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres. Damals kamen laut IOM 1917 Menschen bei der gefährlichen Überfahrt nach Europa ums Leben. Die meisten der insgesamt in Europa angekommenen Flüchtlinge stammen laut IOM aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Danach folgen Afghanen und Iraker.

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