Flüchtlingsdebatte Til Schweiger gründet Stiftung mit prominenten Mitstreitern

Jetzt lässt er Taten sprechen: Til Schweiger gründet eine Stiftung für Flüchtlinge.

(Foto: dpa)
  • Til Schweiger gründet eine Flüchtlings-Stiftung, Prominente wie Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und der Rapper Thomas D unterstützen ihn.
  • Die "Til Schweiger Foundation" wird sich zunächst nicht in Osterode, sondern in Osnabrück engagieren.
  • Schweiger weist die öffentlichen Zweifel an seinen Geschäftspartnern zurück.

Eine Viertelmillion Euro dank Promis

Zuletzt hatte er immer wieder über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland und das Versagen der Politik geklagt, nun lässt er seinen Ankündigungen, Menschen auf der Flucht helfen zu wollen, Taten folgen: Til Schweiger gründet eine Stiftung zur Unterstützung von Flüchtlingen. An der "Til Schweiger Foundation" beteiligen sich dem Schauspieler zufolge prominente Unterstützer - darunter Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und der Rapper Thomas D. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Schweiger, dass er bereits vor der formellen Gründung der Stiftung eine Viertelmillion Euro an Spenden gesammelt habe: "Von meinem eigenen Geld gebe ich 100 000 Euro, daraufhin hat mir Thomas D ebenfalls 100 000 Euro zugesagt. Und Jogi Löw bringt 25 000 Euro von der Sportstiftung mit."

Engagement in Osnabrück statt Osterode

Anders als ursprünglich geplant wird sich die Stiftung des Filmemachers vorerst nicht in Osterode am Harz, sondern in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Osnabrück engagieren. Schweiger plant nach eigenen Angaben unter anderem den Aufbau einer Fahrradwerkstatt, ein kostenloses WLAN-Netz sowie die Anstellung von Deutschlehrern. Die Verzögerung bei seinem geplanten "Vorzeigeheim" für Asylbewerber im niedersächsichen Osterode sei auf die nicht abgeschlossenen Verhandlungen zwischen dem Innenministerium und dem Eigentümer der ehemaligen Kaserne zurückzuführen.

Zweifel an Geschäftspartnern seien "scheiße"

Zuletzt war bekannt geworden, dass der Eigentümer der leerstehenden Kaserne mit seinem Unternehmen insolvent gegangen ist. Obendrein zählte zu den ursprünglichen Partnern der Firma der Leibwächter und Schweiger-Freund Jan Karras. Dessen Unternehmen soll Söldner in Krisengebiete entsandt haben. Schweiger äußerte sich in der Bild-Zeitung über die Zweifel an der Seriosität seiner beiden Geschäftspartner: "Ich kenne Menschen, die insolvent gegangen sind und finanzielle Probleme haben, die haben zehnmal mehr Rückgrat als Leute, die sagen, weil einer Personenschützer war, ist er disqualifiziert, und weil einer insolvent gegangen ist, ist er disqualifiziert. Was ist denn das für eine Scheiße!"

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