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Italienische Marine:18 Flüchtlinge sterben vor Lampedusa

73 Flüchtlinge überleben, für 18 kommt die Hilfe zu spät: Die italienische Marine hat südlich der Insel Lampedusa ein Schlauchboot in Seenot entdeckt. Das Schiff hatte einen Motorschaden.

  • Bei günstigem Wetter versuchen täglich Hunderte Verzweifelte, Nordafrika in Richtung Europa zu verlassen. Auf offener See sind nun wieder viele Flüchtlinge gestorben.
  • Immer wieder geraten Flüchtlingsboote vor Lampedusa in Seenot.

Tote auf Schlauchboot

Die italienische Marine hat auf einem Flüchtlingsboot vor der Insel Lampedusa am Sonntag 18 Tote entdeckt. Wie die Nachrichtenagentur Ansa und weitere italienische Medien berichteten, befanden sich auf dem Schlauchboot, das südlich von Lampedusa in Seenot geraten sei, zudem 73 Überlebende.

Marine, Küstenwache und Handelsschiffe nahmen an diesem Wochenende erneut Tausende Bootsflüchtlinge auf, um sie nach Italien zu bringen. Seit Freitag waren dies etwa 3500 Migranten. So gingen am Sonntag 215 Menschen an Bord des Marine-Schiffes Fenice, davon 55 Frauen und 38 Minderjährige.

Ansturm aus Nordafrika

Die italienische Marine stoppt derzeit täglich mehrere Hundert Migranten, die auf Schiffen von Nordafrika aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen.

Die Marine hatte im Oktober den Einsatz "Mare Nostrum" gestartet, nachdem 2013 bei verschiedenen Flüchtlingsdramen mehr als 400 Menschen ertrunken waren. Ziel der Mission ist es, Schiffbrüchige rechtzeitig zu finden. Italien rechnet bis Jahresende mit insgesamt 100 000 Flüchtlingen. Die meisten dieser Menschen kommen aus Afrika und der Nahost-Region und fliehen vor Armut und Kriegen Richtung Europa.

© SZ.de/dpa/AFP/jasch/ihe
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