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Fiskus bestraft japanische Sekte:Nächstenliebe wortwörtlich

Eine japanische Sekte deklariert ihre Stundenhotels als gemeinnützig und verlangt dafür Steuerrabatte. Das Finanzamt sieht das anders.

Ist Prostitution eine gemeinnützige Angelegenheit? Eine japanische Sekte ist mit ihrer Interpretation von Nächstenliebe zunächst gescheitert. Die Gruppe namens "Gesellschaft für kosmische Wahrheit" wollte ihre Einnahmen aus dem Betrieb von Stundenhotels als gemeinnützige Spenden von der Steuer absetzen, wie die japanische Zeitung Asahi Shimbun berichtet.

Gemeinnützigkeit bezweifelt: Der japanische Fiskus verdonnerte die Sekte, die 23 Liebeshotels betreibt, zu einer satten Strafe.

(Foto: Foto: ddp)

Die Gruppe, die demnach mindestens 23 Liebeshotels betreiben soll, habe Einnahmen in Höhe von 1,4 Milliarden Yen, umgerechnet etwa zehn Millionen Euro, als Spenden deklariert. Sie wollte dadurch Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen können. Der Fiskus verdonnerte die Sekte nun zu einer Strafe von 300 Millionen Yen.

Die "Gesellschaft für kosmische Wahrheit" legte bereits Einspruch ein und argumentierte, das Geld sei für benachteiligte Kinder ausgegeben worden. Dem Zeitungsbericht zufolge steht vor einem der Stundenhotels im Verwaltungsbezirk Nagano eine Statue der buddhistischen Göttin Kannon, mit der um Spenden geworben wird.

Der Hotelmanager sagte dem Blatt, 2000 Yen des Übernachtungspreises von 5500 Yen würden für wohltätige Zwecke eingesetzt.