Mittelmeerraum:Und es soll noch heißer werden

Waldbrände in Griechenland

Im griechischen Lampiri nahe Patras auf der Halbinsel Peloponnes hat die Hitze die Reste eines Autos weiß geglüht.

(Foto: Andreas Alexopoulos/dpa)

In Süditalien und an der Türkischen Riviera lodern die Flammen, in Griechenland wird es bis zu 47 Grad heiß. Und noch gibt der Wetterdienst keine Entwarnung.

Von Oliver Das Gupta

Schwarze Baumgerippe, von denen die Flammen alles Laub gefressen haben, Häuser, von denen nur noch Grundmauern stehen, ein Auto, dessen übrig gebliebenes Blech die Hitze weiß geglüht hat. Dieser Anblick bietet sich den Menschen, die sich wieder auf das Gebiet trauen, das die Feuer nahe dem griechischen Dorf Lampiri zerstört haben. Nahe Patras auf der Halbinsel Peloponnes ist ein Schauplatz von vielen, an denen es brennt im Land. Und nicht nur hier, sondern auch im benachbarten Süditalien und im Osten, an der Türkischen Riviera.

Die drei beliebten Mittelmeer-Urlaubsländer werden von Hitze und zahlreichen Wildfeuern heimgesucht, die Zustände sind teilweise dramatisch. Und das mitten in der Hauptsaison in einem Sommer, der nach der Pandemie doch endlich wieder die Touristen bringen sollte. Zahlreiche Urlauber sind trotz der Feuer geblieben - und posten nun entsprechende Impressionen auf Facebook und Twitter.

Brände in mediterranen Ländern hat es immer schon gegeben, doch in diesem Jahr sind die Wetterextreme besonders ausgeprägt. Am Wochenende waren in Griechenland die Temperaturen auf 44 Grad gestiegen, nachts kühlte es teilweise nicht einmal mehr unter 30 Grad ab. Und es soll noch heißer werden. Für Montag und Dienstag erwartete das Wetteramt bis zu 47 Grad. In Athen sorgt sich die Regierung, dass es zu Stromausfällen kommen könnte - weil unzählige Klimaanlagen ununterbrochen auf Hochtouren laufen.

Auf der bei Urlaubern beliebten Insel Rhodos konnte die griechische Feuerwehr unter dem Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern einen Großbrand am Montag unter Kontrolle bringen. Hotels und andere touristische Anlagen waren nicht betroffen, wie der Zivilschutz in Athen mitteilte. "Es ist die schlimmste Hitzewelle seit 1987", sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Fernsehen.

In der Türkei versuchen seit fast einer Woche Tausende Einsatzkräfte die Feuer einzudämmen

In Italien sind besonders Sizilien, Apulien und Kalabrien von den Bränden betroffen. Nahe Pescara brach ein Feuer aus, das durch zahlreiche Videos und Fotos in sozialen Medien dokumentiert wurde: Vom Strand aus filmten Touristen die Rauchsäulen und die Einsatzkräfte, die mit Hubschraubern die Brandherde löschen wollten. Der Chef der italienischen Zivilschutzbehörde beantragte die Aktivierung des europäischen Mechanismus, mit dem aus anderen EU-Ländern Löschflugzeuge zur Unterstützung nach Italien kommen könnten. "Gestern hatten wir einen dramatischen Tag", sagte Fabrizio Curcio dem Sender Canale 5.

Die italienische Feuerwehr teilte mit, dass sie seit dem 15. Juni rund 37 400 Einsätze wegen Wald- und Buschbränden hatte. Der Vergleich zu 2020 belegt, wie ernst die Lage ist: Heuer gebe es 16 000 Einsätze mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

In der Türkei versuchen seit fast einer Woche Tausende Einsatzkräfte die Wald- und Buschfeuer einzudämmen. Von 132 Bränden seien 125 unter Kontrolle gebracht worden, sagte der Minister für Forst- und Landwirtschaft, Bekir Pakdemirli, der Nachrichtenagentur Anadolu. Bislang kamen dort mindestens acht Menschen ums Leben.

Im Nachbarland Bulgarien ist es ebenfalls ungewöhnlich heiß: Das Balkanland wird von der größten Hitzewelle seit neun Jahren mit Temperaturen über 40 Grad heimgesucht. Im Süden des Landes wüteten am Montag bei extremer Trockenheit und starken Winden zwei Großbrände. Wohnorte oder Menschen wurden aber nicht gefährdet, wie bulgarische Medien berichteten.

Mit Material der dpa

© SZ/afis
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