SZ-Kolumne "Bester Dinge":Fürst der Finsternis

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(Foto: Imago/Matthias Koch)

Sein Ruf eilt ihm voraus: Als neuer Trainer von Hertha BSC muss Felix Magath nicht mal vor Ort sein, damit sich etwas ändert. Diese Qualitäten könnten noch an anderer Stelle hilfreich sein.

Von Joachim Käppner

Wie die Leute immer übertreiben. Nein, es trifft nicht zu, dass Felix Magath in seinen Trainingseinheiten mit Fangeisen für Fußfaule arbeitet und Minderleister über Nacht im Kältebad anketten lässt. Überhaupt spielt die körperliche Züchtigung in Magaths Werk nicht die Rolle, die man ihr gemeinhin zuschreibt. Der Aschaffenburger, dem ein Ruf als Fürst der Finsternis im deutschen Trainerwesen vorauseilt, ist im Herzen doch kein ganz so übler Kerl. Der neue Trainer des Bundesligavereins Hertha BSC widerspricht der schwarzen Pädagogik sogar: Es ist doch gar nicht nötig, unmittelbaren Zwang auszuüben, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Es genügt der Ruf, dass Felix Magath jederzeit willens wäre, diesen Zwang auszuüben.

Der Gefürchtete, weil in Corona-Quarantäne, musste gar nicht persönlich anwesend sein, um seine Fußballer von der Gewohnheit abrücken zu lassen, die lästigen 90 Minuten irgendwie rumzubringen, ohne sich mit Aufenthalten vor dem gegnerischen Tor zu plagen. Am Wochenende schossen die Berliner zur Überraschung des völlig überrumpelten Gegners erstmals seit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. wieder drei Tore - in einem Spiel! Als Motivation genügte wohl der Gedanke an Magaths eisigen Blick.

So kann man Gutes schaffen, ganz ohne etwas Böses zu tun. Gerüchte, die CIA wolle nun Felix Magath in den Kreml einschleusen, um Furcht in Wladimir Putins Herz zu tragen, sind allerdings nicht bestätigt. Dagegen könnte sprechen, dass Wladimir Putin nach Berichten von Insidern gar kein Herz besitzt.

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