Familiendrama in Belgien Vater erschießt Sohn

Erst tötet ein 53-Jähriger seinen Sohn, dann schießt er im Haus seiner Ex-Frau um sich. Als ein herbeigerufener Polizist im Treppenhaus stolpert, muss auch er sterben.

Ein Vater hat am Sonntag im flämischen Riemst, südwestlich von Maastricht, seinen 15-jährigen Sohn erschossen. Bei einem anschließenden Feuergefecht mit der Polizei im Haus seiner geschiedenen Frau im nahegelegenen Bilzen tötete der Mann außerdem einen Polizisten und kam dann selbst durch eine Kugel ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Unklar blieb zunächst, ob der Schütze durch eine Polizeikugel starb oder sich selbst erschoss. Auch auf seine Ex-Frau, von der er sich vor mehr als zwei Jahren hatte scheiden lassen, feuerte er.

Besessen von Waffen

Der 53-Jährige war den Behörden bereits als aggressiv bekannt. Er habe "aus familiären Gründen den Kopf verloren", sagte Innenministerin Annemie Turtelboom. Sie fuhr an den Ort des Geschehens, nachdem sie über den Tod des Polizisten informiert worden war.

Der Täter war nicht als Besitzer von Schusswaffen registriert, wie Belga berichtete. "Wir haben in Belgien eines der strengsten Waffengesetze, aber dieses Gesetz ist trotzdem umgangen worden", sagte der zuständige Staatsanwalt Ivo Delbrouck. "Der Mann war offensichtlich besessen von Waffen."

Der getötete Polizist war ein Familienvater mit zwei erwachsenen Kindern. Er sollte in zwei Jahren in Rente gehen.

Mit einem Kollegen soll der getötete Beamte den Täter im Badezimmer der Wohnung in Bilzen angetroffen haben. Die beiden Beamten wollten dann jedoch das Gebäude wieder verlassen, um Verstärkung zu holen. Im Treppenhaus sei einer der beiden gestolpert: Er habe nicht mehr fliehen können und sei von dem Täter hinterrücks erschossen worden, berichtete Belga.

Der Täter war bereits vor einigen Jahren in einen Vorfall mit Schusswaffen verwickelt. Damals sollen ihm mehrere Waffen weggenommen worden sein.