Fall Trayvon Martin Todesschütze aus Haft entlassen

Er muss eine elektronische Fußfessel tragen, darf keinen Alkohol trinken und mit der Familie des Opfers keinen Kontakt mehr aufnehmen: George Zimmerman hat einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen in Florida erschossen, nun ist er gegen Zahlung einer Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden.

Fast acht Wochen nach den tödlichen Schüssen auf den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin ist der Beschuldigte George Zimmerman auf Kaution freigekommen. Er wurde jetzt aus dem Gefängnis von Sanford im südlichen Bundesstaat Florida entlassen - nach Medienberichten kommentarlos, in Jeans, brauner Jacke und mit einer Papiertüte unterm Arm.

Zimmerman soll bis zum Prozess am 29. Mai auf freiem Fuß bleiben. Allerdings muss er eine elektronische Fußfessel tragen, darf keinen Alkohol trinken, keine Waffen mehr tragen und mit der Familie des Opfers keinen weiteren Kontakt aufnehmen.

Wo sich Zimmerman nun aufhält, wurde nicht bekannt. Sein Verteidiger hatte zuvor gesagt, dass sich der 28-Jährige bis zum Prozess wahrscheinlich weiterhin vor der Öffentlichkeit verbergen werde, wie er es bereits vor seiner Festnahme getan hatte. Sowohl Zimmerman als auch seine Familie hätten mehrere Todesdrohungen erhalten, zitierte der Sender CNN den Anwalt.

Ein Richter hatte am Freitag seine Freilassung gegen Zahlung von 150.000 Dollar (113.700 Euro) angeordnet, nachdem Zimmerman sich bei den Eltern des Opfers entschuldigt hatte. Er habe nicht gewusst, wie alt der Junge gewesen sei und auch nicht, ob er eine Waffe bei sich getragen habe, hatte der Todesschütze erklärt - und damit zum ersten Mal seit der Tat öffentlich Stellung bezogen.

Die Eltern des Opfers reagierten nach Angaben ihres Anwalts mit Empörung auf die Entschuldigung, die viel zu spät komme, um glaubwürdig zu sein. Zimmerman sei es nur darum gegangen, einen guten Eindruck auf das Gericht zu machen, um auf Kaution aus der Haft zu kommen.

Dem 28-Jährigen - einem Freiwilligen bei einer Nachbarschaftswache - wird Mord mit bedingtem Vorsatz vorgeworfen. Im Fall eines Schuldspruchs droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. Zimmerman hatte Ende Februar den 17-jährigen Trayvon Martin in Sanford erschossen, angeblich aus Notwehr. Der Jugendliche, der sich nach einem Einkauf in einem bewachten Wohngebiet auf dem Heimweg befand, war jedoch unbewaffnet.

Der Fall hatte in den USA eine Rassismusdebatte ausgelöst, die durch die anfängliche Weigerung der Polizei verstärkt wurde, Zimmerman, das Mitglied einer Bürgerwehr, zu verhaften.