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Fall Nadine:Obduktion bestätigt schwere Misshandlungen

Die kleine Nadine aus Gifhorn ist vor ihrem Tod misshandelt worden. Bei der Obduktion der sterblichen Überreste des Kleinkindes hat man einen Schädelbruch und Rippenbrüche entdeckt.

Die Obduktion der Leiche der kleinen Nadine aus Gifhorn hat nach Angaben der Hildesheimer Staatsanwalt ergeben, dass das Kind schwer misshandelt wurde.

Wie Behördensprecher Bernd Seemann am Mittwoch mitteilte, wurden bei der Obduktion in der Rechtsmedizin in Hannover ein Schädelbruch festgestellt, der Tage bis Wochen vor dem Todeseintritt entstanden sein muss.

Diagnostiziert wurden außerdem mehrere Rippenbrüche auf beiden Seiten, die nach Einschätzung der Ermittlungsbehörde nicht zu dem von den Eltern behaupteten tödlichen Sturz Nadines von einem Hochbett passen.

Angaben zur Todesursache und zum Alter des Kindes zum Todeszeitpunkt erwartet die Staatsanwaltschaft erst in der kommenden Woche. Auch die Ergebnisse einer DNA-Analyse, mit der die Identität des toten Kindes endgültig festgestellt werden soll, sollen dann vorliegen. Laut Seemann hat die Staatsanwaltschaft inzwischen aber keine Zweifel mehr, dass es sich bei der am Pfingstsonntag vom eigenen Großvater gefundenen Leiche tatsächlich um die sterblichen Überreste von Nadine handelt.

Der Stiefvater Nadines war Anfang Mai wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu acht Jahren Haft verurteilt worden, die Mutter erhielt eine einjährige Haftstrafe auf Bewährung. Das Landgericht Hildesheim ging in seinem Urteil davon aus, dass der 32-Jährige das Kind so schwer misshandelte, dass es im Januar 2002 starb. Die Eltern beharrten dagegen im Prozess darauf, Nadine sei erst ein Jahr später an den Folgen eines Sturzes aus dem Hochbett gestorben. Aus Angst vor dem Jugendamt wollen sie das Kind dann heimlich vergraben haben.