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Fall Kampusch:Entführer soll Mitwisser gehabt haben

Konnte der Entführer von Natascha Kampusch sein Verbrechen geheim halten? Ein österreichischer Zeitungsbericht lässt erhebliche Zweifel aufkommen.

Bei der Entführung der heute 20-jährigen Österreicherin Natascha Kampusch vor elf Jahren gab es nach Informationen der Zeitung Die Presse "auf jeden Fall Mitwisser". Dies sei "ganz sicher", sagte einer der mit dem Fall Befassten der Zeitung.

Natascha Kampusch: Zweifel am Ablauf der Entführung.

(Foto: Foto: dpa)

Wie das Wiener Blatt am Mittwoch unter Berufung auf den Zwischenbericht einer amtlichen Sonderkommission berichtete, müsse aber noch geklärt werden, ob es bei dem Kidnapping durch den Elektriker Wolfgang Priklopil im März 1998 auch "Mittäter" gegeben habe.

Der Leiter der Untersuchung, der ehemalige Präsident des österreichischen Verfassungsgerichtshofs, Ludwig Adamovich, sagte zu dem Zeitungsbericht: "Es ist vereinfacht, aber es ist etwas Wahres dran."

Die Wiener Staatsanwaltschaft dementierte dagegen nach Angaben der Nachrichtenagentur APA, dass es bei der Untersuchung neue Hinweise auf Mitwisser oder Mittäter gegeben habe.

Der vom Wiener Innenministerium in Auftrag gegebene Zwischenbericht einer unabhängigen Kommission war am Dienstag Innenministerin Maria Fekter übergeben worden. Die Kommission soll herausfinden, ob und welche Pannen es bei den Ermittlungen nach Kampuschs Entführung gegeben habe.

Unter anderem soll nach Angaben des Blattes die Aussage einer zwölfjährigen Augenzeugin überprüft werden, die zwei Männer in dem Entführungsauto gesehen haben will.

Natascha Kampusch war mit zehn Jahren auf dem Schulweg in Wien entführt worden. Nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft konnte sie im August 2006 aus dem Kellerversteck im Hause ihres Peinigers fliehen. Der Täter Wolfgang Priklopil nahm sich daraufhin das Leben. Bisher gilt er offiziell als alleiniger Täter.

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Der Entführungsfall Kampusch