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Fall Genditzki:Im Zweifel gegen den Angeklagten

Manfred Genditzki, hier beim Prozess im Jahr 2012, war Hausmeister und kümmerte sich um die alleinstehende Lieselotte Kortüm.

(Foto: Julian Baumann)

Hausmeister Manfred Genditzki, verurteilt zu lebenslanger Haft, soll eine alte Dame im Streit getötet haben. Doch an der Arbeit von Staatsanwaltschaft und Landgericht gab es von Anfang an erhebliche Zweifel.

Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech. Ein Beamter in Uniform führt den Gefangenen in den Besucherraum. Manfred Genditzki, 56 Jahre alt, verurteilt zu lebenslanger Haft wegen Mordes. Seit acht Jahren sitzt er im Gefängnis. Er soll eine 87-jährige Frau im Streit auf den Kopf geschlagen und sie dann, um diese Tat zu verdecken, in der Badewanne ertränkt haben. Als er verhaftet wurde, war sein Sohn Daniel drei Jahre alt, seine Frau mit dem zweiten Kind schwanger. Jetzt ist das Mädchen acht. Seinen Vater kennt es nur von den Besuchen im Gefängnis. Der sagt: "Sie soll wissen, dass ich kein Mörder bin. Dafür kämpfe ich." Er könnte seine Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung verbessern, wenn er ein Geständnis ablegen würde. Aber eine Tat gestehen, die er, wie er sagt, nicht begangen hat? "Und wenn sie mich morgen dafür rauslassen würden", sagt Genditzki, "das kommt für mich nicht infrage. Niemals."

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