Süddeutsche Zeitung

Facebook-Party in den Niederlanden:Krawalle, Chaos und Verletzte

Gewalttätige Ausschreitungen und Verletzte: Weil sie bei einer Facebook-Einladung einen Fehler machte, eskalierte die Geburtstagsfeier einer 16-jährigen im niederländischen Haren. Die Polizei spricht von geplanten Krawallen.

Eine Facebook-Party im niederländischen Haren hat zu gewalttätigen Krawallen und Verwüstungen in der Kleinstadt geführt. Randalierer plünderten in der Nacht zum Samstag Geschäfte und steckten Autos und Schuppen in Brand. Etwa 30 Jugendliche wurden verletzt.

500 Polizisten waren in der Nacht im Einsatz. Sie versuchten die 3000 bis 4000 Jugendlichen, die nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP gekommen waren, auseinanderzutreiben. 35 Menschen wurden verhaftet. Ob es Schwerverletzte gab, blieb unklar. Zunächst war die Rede von zwei Schwerverletzten gewesen.

"Sie griffen die Polizei mit Pflastersteinen, Feuerwerk und Flaschen an", sagte der Chef der regionalen Polizei, Oscar Dros, bei einer Pressekonferenz. Nach ersten Analysen waren die Krawalle geplant. "Erfahrene Rädelsführer aus dem ganzen Land gingen mit ungeheurer Gewalt und Aggression vor", sagte Dros.

Die Bürger von Haren begannen am Morgen mit dem Aufräumen, viele standen unter Schock. "Das war entsetzlich, wir hatten ungeheure Angst", sagte eine Frau. Die Straßen waren übersät mit Steinen und Glas. Die Inhaberin eines Eissalons blickte fassungslos auf die zertrümmerten Schaufenster. "Überall liegt Glas, wir können alles wegschmeißen." "Es war eine schreckliche Nacht", sagte Bürgermeister Rob Bats

Mehrere tausend Jugendliche waren nach Haren gekommen, nachdem ein Mädchen auf Facebook zu seinem 16. Geburtstag eingeladen hatte. Sie hatte vergessen anzukreuzen, dass es um eine private Party ging. Daraufhin war über Twitter und Facebook zu einem Projekt-X-Fest aufgerufen worden. Projekt-X bezieht sich auf den gleichnamigen Film, in dem es um eine gigantische Party geht. Die Jugendliche hatte eigentlich nur wenige Freunde zu ihrer Feier einladen wollen, tatsächlich meldeten sich nacch dem Aufruf 20.000 Menschen an.

Ähnliche Vorfälle hatte es auch in Deutschland schon mehrfach gegeben. In Ebersberg war es wegen einer Facebook-Party kürzlich zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

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