Explosion in Viareggio:Zahl der Toten steigt

Nach der Explosion eines Flüssiggas-Waggons in der Toskana steigt die Zahl der Toten. Zwei Kinder und ein Mann erlagen ihren schweren Verbrennungen.

Nach dem Flammeninferno im italienischen Viareggio ist die Zahl der Todesopfer auf 18 gestiegen. Am frühen Morgen starb ein weiterer Schwerverletzter im Krankenhaus von Carrara, wie die italienische Agentur Ansa berichtete.

Explosion in Viareggio: In Viareggion wird immer noch an der Leerung der Kesselwagen gearbeitet.

In Viareggion wird immer noch an der Leerung der Kesselwagen gearbeitet.

(Foto: Foto: dpa)

Der Mann hatte bei dem Unglück schwerste Verbrennungen am ganzen Körper erlitten. Erst am Vortag waren zwei Kleinkinder an den Brandverletzungen gestorben, die sie in der Nacht zum Dienstag bei der Explosion eines Flüssiggas-Waggons im Bahnhof von Viareggio davongetragen hatten. Die beiden Kinder hatten den Angaben zufolge Verbrennungen an mehr als 90 Prozent ihrer Körperoberfläche erlitten und waren in Kliniken nach Rom und Florenz gebracht worden.

Insgesamt werden nach offiziellen Angaben in den Krankenhäusern Norditaliens 28 Schwerverletzte des Unglücks versorgt. Der Zustand von rund 20 Patienten gilt als kritisch, da sie schwerste Verbrennungen am ganzen Körper haben. Mehrere Menschen wurden noch vermisst. Es wurde daher weiterhin eine "viel höhere Zahl an Todesopfern" befürchtet. Bis zu drei Menschen galten weiterhin als vermisst.

Italiens Verkehrsminister Altero Matteoli sagte indes vor dem Parlament, dass bei dem entgleisten Waggon eine Achse gebrochen sei, die Spuren von Rost aufgewiesen habe. Er habe sich mit EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani in Verbindung gesetzt, um über strengere Regeln für den Transport von Gefahrgütern zu beraten, sagte Matteoli, dessen Ministerium am Mittwoch eine Untersuchung des Vorfalls einleitete.

Feuerwehrkräfte arbeiteten daran, die restlichen 13 Kesselwagen zu leeren, um weitere Explosionen zu verhindern. Aus Sicherheitsgründen blieb die gesamte Umgebung gesperrt. Rund 300 Menschen hatten schon die Nacht davor nicht in ihren Häusern verbringen können.

In der toskanischen Küstenstadt war in der Nacht zu Dienstag ein Güterzug entgleist, ein Tankwaggon mit Flüssiggas explodierte. Die Detonation hinterließ im Bahnhofsviertel von Viareggio ein Bild der Verwüstung. Die Mehrzahl der Leichen waren durch die Explosion bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte wegen des Unglücks seine Teilnahme am Gipfel der Afrikanischen Union (AU) im libyschen Sirte ab.

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